Die 22-jährige Nour kommt in den siebziger Jahren nach Deutschland, um zu arbeiten. Sie ist eine der vielen Gastarbeiterinnen, sie ist jung, motiviert und optimistisch. Nour kommt aus Istanbul und lebt nun in einem Wohnheim in der Oberpfalz, mit Frauen aus Spanien, Italien, Griechenland, Jugoslawien, Marokko, Tunesien oder der Türkei. Während Nour Minirock trägt, tragen die oberpfälzischen Frauen im Dorf Kopftuch. Die Arbeitsbedingungen in der Fabrik sind fragwürdig, die Entlohnung ist nicht gerecht. Als Nour vom Frauenstreik im Thüringen der zwanziger Jahre erfährt, ist sie inspiriert und stellt sich diesem Land: Gemeinsam mit all ihren Freundinnen wird sie für die Rechte der Arbeiter und vor allem der Arbeiterinnen kämpfen. Mit ihrem Debüt "Die Optimistinnen" feiert Gün Tank die vielen Frauen, die dieses Land mit aufbauten und veränderten, und die sich doch in der deutschen Geschichte kaum wiederfinden. Starke Frauen, mutige Frauen: unsere Mütter. Unsere Großmütter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2022
Rezensentin Lilly Brosowsky möchte mehr Geschichten wie die in Gün Tanks kurzem Debütroman über Arbeitsmigrantinnen in Deutschland, und das nicht nur, weil die Figuren im Text trotz der geschilderten Widrigkeiten des Migrantinnenlebens den titelgebenden Optimismus ausstrahlen. Da gibt es Freundschaften, gute Menschen und liebe Männer mit buschigen Augenbrauen. Dass Tank auch die Streiks der selbstbewussten "Gastarbeiterinnen" schildert und dass sie ihre Geschichte aus Gesprächen mit der ersten Generation dieser "Optimistinnen" speist, gefällt der Rezensentin gut.
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