Systematischer Gegenstand der klassischen Religionsphilosophie ist die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit, unter denen die Gottesvorstellung denkbar ist. Als so verstandene systematische Disziplin geht die Tradition der Religionsphilosophie schon auf die Theologie der antiken Naturphilosophie, vor allem aber auf die theologischen Entwürfe Platons und Aristoteles? zurück, die für die Wirkungsperspektive im Mittelalter und in der frühen Neuzeit richtungweisend wurden. Als eigenständige wissenschaftliche Disziplin entstand die Religionsphilosophie jedoch erst in der frühen Neuzeit, und zwar mit dem Traktat des englischen Platonikers Ralph Cudworth (1617-1688) "The True Intellectual System of the Universe", der 1678 in London publiziert wurde und der sich erstmals auch terminologisch als eine "Philosophy of Religion" verstand. Die vorliegende historische und systematische Studie dokumentiert die Transformation der klassischen philosophischen Theologie in die neuzeitliche Religionsphilosophie unter den Bedingungen der reformatorischen Theologie, die eine Denkbarkeit der Gottesvorstellung auszuschließen schien.
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