Wort und Bild zu kombinieren, ist Günter Kunert eine Lust, denn Literatur und Kunst stellen reiche Gabentische dar. Durch seine grotesken, phantastischen und erotischen Bilder oder die bedeutungsvielfältigen Wort- und Satzspielereien, Verballhornungen und Umstülpungen lugt, bei allem Spaß, aber auch ein ziemlich bitterer Ernst. Das Buch verknüpft bildliche mit textlichen Collagen, gesehen durch die Camera Obscura
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 20.03.2003
Die Zeit lässt Günter Kunerts neuen Band von Wolf Biermann besprechen, was bestimmt keine schlechte Idee ist. Manchmal gerät Biermann zwar die Hymne auf den Freund und Künstler zu einer Hymne auf sich selbst, aber sie liest sich dennoch ganz anregend. Biermann preist Kunerts "42 Hinterglasmalereien, kombiniert mit entsprechend vielen Hinter-Sinn-Dichtereien" als ebenso tiefsinnig wie leichtsinnlich. Ganz begeistert ist er von dem Witz der Verse und Bilder, die er für eine einzige "Erholung vom geistarmen Schwachsinn der geistarmen Faxenmacher" hält. Nur eine Frage stellt sich Biermann: "Wie schafft es so ein rabenschwarz pessimistischer Dichter, dermaßen frohgemut und witzig zu sein?"
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