Günther Emig (Hg.), Peter Engel (Hg.)

Die untergründigen Jahre

Die kollektive Autobiografie 'alternativer' Autoren aus den 1970ern und danach
Cover: Die untergründigen Jahre
Günther Emigs Literatur-Betrieb, Niderstetten 2019
ISBN 9783948371555
Kartoniert, 484 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Die 68er-Studentenrevolte hat in die 70er Jahre hineingestrahlt, ist da erst richtig wirksam geworden, nicht zuletzt in der Literatur und im Literaturbetrieb. War das damals tatsächlich eine gravierende Umwälzung oder nur der übliche Aufstand der Jungen gegen die Alten beziehungsweise lediglich ein spontaner Aufbruch gegen den eingefahrenen "Betrieb"? Wir stellen diese Fragen 40 Jahre nach den "Gegenbuchmessen" und dem Kampf der "kleinen Bertelsmänner" gegen das etablierte Verlagswesen noch einmal, wollen von den damaligen Protagonisten der "Gegenkultur" wissen, wie sie jene Zeiten erlebt haben, welches für sie die bestimmenden Momente waren und was von all dem für sie bis heute nachwirkt.Inhaltlich sollte es in den erbetenen Beiträgen um das Subjektive gehen, die persönliche Perspektive, also keine Beiträge über Dritte, sondern eine Darstellung des eigenen Tuns (natürlich mit Bezug auf diese "Dritten"): Warum, mit wem, zu welchem "Endzweck", was daraus geworden ist usw. Also quasi lauter Einzel-Autobiographien, die die Zeit von Ende der 1960er bis Ende 1970 schwerpunktmäßig umfassen sollten. Und natürlich wie es danach weiterging.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.08.2020

Frank Schäfer wird ganz wehmütig beim Lesen des von Peter Engel und Günther Emig herausgegebenen Bandes über ein fast vergessenes Jahrzehnt der deutschen Literatur. Scfäfer erfährt zum Beispiel, dass die siebziger Jahre die Zeit der Raubdrucker und Minipressen waren und wie stark der Aufbruchsgeist. Der "elitären Literaturhistorie" möchte er das Buch gern schenken. Wie Derschau, Thenio, Karsunke und Co. sich roh, aber nicht unpoetisch den profanen Dingen annahmen, scheint ihm weiterhin spannend, dem Verächter jener Jahre, Michael Braun, zum Trotz.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.05.2020

Helmut Böttiger taucht ein in die Subkultur der Siebziger mit dem von Peter Engel und Günther Emig herausgegebenen Band mit Beiträgen von Protagonisten der Szene. Das Buch liest sich für ihn wie eine "kollektive Autobiografie" von Alltagslyrikern, Impresarios, Zeitschriften- und Galeriemachern. Vor allem an die quirlige Magazinszene mit "Ulcus-Molle" und "Nachtcafé" lässt sich Böttiger gern erinnern. Ein spannendes Panorama, findet er, das die libertäre Szene Westberlins und Münchens ebenso vermittelt wie den damaligen Aufbruchsgeist und die Verbitterung über den Lauf der Zeit. Das Subjektive und Rohe der Texte stört Böttiger nicht.

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