Erwin Steinhauer und Günther Schatzdorfer machen sich auf die Suche nach den einfachen Dingen des Lebens zwischen Tolmezzo und Triest, zwischen Grado und Görz. Sie besuchen Weinbauern, die in keinem Guide stehen, deren Wein nicht nach Brombeeren und Vanille schmeckt, sondern nach Tokai und Cabernet, wo nicht Sommeliers, sondern die Nachbarn ein und aus gehen. Die Freunde entdecken Kulturdenkmäler, die von der Geschichte des Volkes berichten, also nicht so sehr die Burgen und Dome, sondern die Dorfkirchen, die alten Bauernhöfe, die verfallenden Villen des verarmten Landadels und die Inseln in der Lagune mit ihren Fischerhütten. Das Buch ist ein Reiseführer, der nicht alles verrät, sondern neugierig macht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Lesbar angetan ist der Rezensent Konrad Francke von Erwin Steinhauers und Günther Schatzdorfers kulinarischem Reisebericht. Die beiden Feinschmecker, der Schauspieler und der Poet genannt, begeben sich auf eine Fahrt von Triest und Venedig, auf der Suche nach dem einheimischen Speis und Trank. Dass ihnen das so gut gelingt, liegt für den Rezensenten daran, dass sie sich überraschen lassen, dass sie sich gerne mit Menschen unterhalten, und dass sie wissen, wo man nach der guten Küche fragt (beim Friseur). Nur allzu gern begleitet der Leser die ungehetzten Schlemmerer auf ihrer Entdeckungsreise, die auch jenseits des Magens in kulturhistorischer Hinsicht offenbar Einiges zu bieten hat.
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