Richard Kranz, Überlebender aus dem Konzentrationslager, sucht im Jahr 1945 Thennberg auf, den einstigen Ferienort seiner Familie. Doch die Heimkehr in die Kindheitsidylle scheitert, muss scheitern. György Sebestyen gelingt die facettenreiche Darstellung einer dunklen Zeit, die bis heute literarisch nur bruchstückhaft aufgearbeitet ist. Darüber hinaus ist "Thennberg" die Analyse eines ungelösten Kriminalfalls und eine Geschichte von Liebe und Tod.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2010
1969 erstmals erschienen, hält die Neuauflage des Buches für Hansjörg Graf Erhellendes bereit über die Zeit unmittelbar nach '45. Was György Sebestyen an einem fiktiven Ort inszeniert, scheint Graf als die Wiederkunft der Vergangenheit in der Gegenwart, Fortsetzung der Täter-Opfer-Geschichte. Allerdings ist das Gewand, in das der Autor den Text kleidet, kein einfaches. Selbstgespräche, Dialoge, Essayistisches, Träume, Krimi-Motive - all das fährt Sebestyen auf, um, wie der Rezensent es begreift, das Unwägbare von '45 zu fassen. Wenn es bei aller Expressivität auch mal unfreiwillig komisch wird, bittesehr. Der Rezensent hält sich schadlos an der hier gewonnenen Erkenntnis, dass Zeitgeschichte auch Mentalitätsgeschichte ist.
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