Kaouther Adimi

Dezemberkids

Roman
Cover: Dezemberkids
Lenos Verlag, Basel 2020
ISBN 9783039250004
Gebunden, 249 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Regina Keil-Sagawe. Eine Brache in der Cité du 11-Décembre, in der Banlieue von Algier. Die Kinder und Jugendlichen des Viertels haben sie sich erobert. Den Kopf voller Träume, spielen sie dort Fußball, auch wenn der Regen das Areal immer wieder in Schlamm verwandelt. Eines Tages tauchen zwei Generäle mit Bauplänen auf. Sie wollen dort ihre Villen errichten, das Grundstück gehört nun ihnen. Doch den Kindern gelingt es, die Männer fürs Erste zu vertreiben, und schon bald organisieren sie den Widerstand. Anders als ihre resignierten Eltern sind die jungen Menschen nicht willens, sich zu beugen. Die Spannung steigt. Wird der Machtapparat die rebellische Jugend doch noch in die Knie zwingen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2021

Rezensentin Lena Bopp langweilt sich ein bisschen mit dem vierten Roman von Kaouther Adimi über eine von Kindern angezettelte Revolution. Wie ein Bolzplatz zum Zankapfel wird und zur Systemfrage führt, erzählt die Autorin laut Bopp anhand einer wahren Geschichte aus Algerien. Das Lehrstückhafte des Textes aber, das den Figuren klar umrissene Rollen zuweist und sie zu historischen Platzhaltern macht, nimmt der Geschichte ihre Bedrohlichkeit, aber auch ihre Unmittelbarkeit, bedauert Bopp.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.11.2020

Ein 11-jähriges algerisches Mädchen kämpft gemeinsam mit ihren Freunden um den Fußballplatz in ihrer Nachbarschaft und stößt damit eine Revolte gegen die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrer Heimat an. "Zu schön, um wahr zu sein?", mögen sich einige Leser fragen. Nein, antwortet Rezensentin Claudia Kramatschek, denn Kaouther Adimis starke Geschichte basiert auf realen Ereignissen! Es sind tatsächlich überwiegend junge Menschen, die seit dem Frühjahr 2019 regelmäßig für mehr Demokratie und gegen das überkommene System ihres Landes auf die Straße gehen. Um die Notwendigkeit dessen deutlich zu machen, erzählt Adimi auch von der Geschichte Algeriens, und das mit einer Leichtfüßigkeit, die Kramatschek beeindruckt. "Dezemberkids" ist eben kein naiv idealistisches Märchen, sondern das differenzierte Porträt Algeriens, welches mahnt und Hoffnung schenkt zugleich. Erwähnenswert ist laut der begeisterten Rezensentin außerdem die grandiose Übersetzung durch Regina Keil-Sagawe.
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