Hanna Diyab

Von Aleppo nach Paris

Die Reise eines jungen Syrers bis an den Hof Ludwig XIV.
Cover: Von Aleppo nach Paris
Die Andere Bibliothek, Berlin 2016
ISBN 9783847703785
Gebunden, 492 Seiten, 42,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen übersetzt von Gennaro Ghirardelli unter Hinzuziehung der arabischen Handschrift und von diesem mit einem Vorwort versehen.  Buchgestalterin: Paulina Pysz. Mit 13 Abbildungen und einer Landkarte.  Mit einem Nachwort des französischen Arabisten Bernard Heyberger. Das erst 1993 in der Vatikanischen Bibliothek entdeckte Manuskript des Berichts von einer Reise von Aleppo nach Paris im Zeitalter Ludwig XIV. Der französische Reisende Paul Lucas trifft 1707 in Aleppo auf den zwanzigjährigen Hanna Diyab. Er wird von Lucas eingestellt und begleitet diesen auf der Heimreise nach Frankreich. Ihre Route führt sie von Aleppo über Tripolis, Saida, Zypern, Ägypten, Libyen, Tunis nach Livorno, Genua und Marseille, von dort durch das Rhonetal nach Paris. Diyab beschreibt Begegnungen und Gespräche, Karawanenzüge und Angriffe von Korsaren, er nimmt Legenden und Heiligengeschichten in seinen Bericht auf. Hanna Diyab wird in den Gemächern Ludwigs XIV. empfangen. Die Beschreibung seines Aufenthalts am Hof und in der Stadt Paris gehört zu den Höhepunkten seines Reiseberichts. Dort trifft er auch auf den Orientalisten Antoine Galland, den Herausgeber und Übersetzer von "Tausendundeiner Nacht", dem er, neben anderen, die Geschichten von Ali Baba und Aladdin erzählt, die dieser in seine berühmte Märchensammlung aufnehmen wird. Mit ihnen hat sich Hanna Diyab bereits vor über dreihundert Jahren anonym in das europäische Kulturgedächtnis eingeschrieben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2016

Rezensent Tilman Spreckelsen zeigt sich begeistert angesichts der Erlebnisse des Syrers Hanna Diyab auf seinen Reisen durch den Orient vor dreihundert Jahren. Dass das Manuskript, vor rund 20 Jahren entdeckt, erst jetzt auf Deutsch erscheint, kann er nicht fassen. Die Anmerkungen in der Ausgabe erscheinen ihm allerdings für das Verständnis der geschilderten Reise des Autors über Zypern, Alexandria, Tripolis bis an den Hof von Ludwig XIV. notwendig. Spannend findet er den Auftritt von Bettlern, Händlern, Diplomaten und Schiffern. Das Tollste an dem historischen Reisebericht aber ist für ihn Diyabs dramaturgisches Geschick. Wie der Autor Informationen zurückhält, Schicksalswendungen und Nebenstränge verfolgt, erinnert ihn schon sehr an "Tausendundeine Nacht", zu dessen Zeit der Bericht ja entstanden ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.07.2016

Hans Pleschinski seufzt. Ach, wie leicht der Autor doch Orient und Okzident zu vereinen vermag! Die 1993 in der Vatikanischen Bibliothek entdeckten Erinnerungen des erzählfreudigen Weltreisenden Syrers Hanna Diyāb aus dem 18. Jahrhundert verzaubern ihn durch Neugier und den fremden Blick unter anderem auf europäische Gepflogenheiten, etwa am Hof Louis XIV, bei Hinrichtungen in Paris und Abenteuern in Marseille und Istanbul. So merkwürdig die Lektüre Pleschinski auch mitunter erscheint, so zutreffend charakterisiert der Autor laut Rezensent Abendländisches oder auch zauberhaftes Orientalisches.
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