Von einem, der auszog, die Fremde kennenzulernen ... Was kommt heraus, wenn einer der klügsten und komischsten Essayisten Deutschlands eine Greencard gewinnt? - Ein Glücksfall für den Leser. Denn der Autor braucht auf die alte Heimat keine Rücksicht mehr und auf die neue noch keine zu nehmen ... Was passiert, wenn man aus Jux und Tollerei an der Verlosung einer Greencard teilnimmt, nichts mehr davon hört und die Sache irgendwann vergisst - dann aber aus heiterem Himmel einen Anruf bekommt, dass man einen amerikanischen Pass haben könne; freilich nur, wenn man auch wirklich auswandert? Die meisten würden ein wenig verdutzt dreinblicken, sich schütteln, freuen, mit der Anekdote schmücken - und zu Hause bleiben. Wer will schon wegen eines Zufalls seinen Job aufgeben, seine Freunde zurücklassen, die Wohnung auflösen und sein gesamtes Leben umkrempeln? Hannes Stein wollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2010
Alte und Neue Welt? In Hannes Steins Einwandererreportagen aus New York sind sie eins, schwärmt Thomas Speckmann. Überhaupt fällt ihm niemand ein, der die Amerikaner und ihr Land derart treffend zu beschreiben vermag wie Stein, der als Korrespondent den Ruf der USA auf seinen Wahrheitsgehalt abklopft. Wie er das macht, mit Leichtigkeit, Humor und viel Sympathie, nimmt Speckmann für das Buch ein. Dass er auf lauter ihm selbst bekannte Szenen und Ereignisse stößt, macht die Lektüre für ihn zudem zu einem angenehmen Dejavu-Erlebnis. Die Mischung aus Hightech und Steinzeit, die dem Autor allenthalben begegnet, der Rezensent kennt sie nur zu gut.
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