Herausgegeben von Alexander Schmitz und Marcel Lepper. In der Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts ist kaum eine überraschendere Konstellation denkbar als die zwischen Hans Blumenberg und Ernst Jünger. Ernst Jünger, der "Mann vom Mond", gehört zu denjenigen Autoren der Gegenwart, die polarisiert und Anlaß zu überaus heftigen Kontroversen gegeben haben. Zwischen Nationalbolschewismus und Postmoderne oszilllierend, sind Ernst Jüngers Werke Streitschriften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2008
Fasziniert zeigt sich Rezensent Friedmar Apel über diesen Band, der Texte aus dem Nachlass Hans Blumenbergs über den Schriftsteller Ernst Jünger versammelt. Eine Konstellation, die ihn ein wenig verwundert, zumal bislang weithin kaum bekannt war, dass sich Blumenberg so intensiv mit Jünger befasst hat. Um so mehr freut sich Apel über die nun vorliegenden fünfzig, recht heterogenen Texte, die die Beschäftigung des Philosophen mit Jünger dokumentieren. Deutlich wird seines Erachtens, dass für Blumenberg an Jüngers Werk und Person die "Gestalt des zwanzigsten Jahrhunderts" erkennbar wird. Er sieht bei Blumenberg eine anfängliche Phase der Auseinandersetzung, die ihm "sehr ernsthaft und systematisch" erscheint, und eine spätere, die ihm eher "spielerisch, glossierend oder anekdotisch" vorkommt und die auch Verbindungen mit eigenen Themen aufweist. Dabei findet Apel neben großer Bewunderung auch skeptische Töne und Widerspruch im Blick auf Jüngers politische Ansichten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
Konstruktiv kritisch setzt sich Ahlrich Meyer mit Hans Blumenbergs hier versammelten Aufsätzen zu Ernst Jünger auseinander. Meyer wertet nicht, doch lässt der respektvolle Ton der Besprechung und deren Überschrift "Subtile Lektüre" darauf schließen, dass Meyer Blumenberg intellektuell durchaus schätzt. Für Meyer ist Jünger jedoch durchaus problematisch, und die "widerspruchsvolle Rezeption" Blumenbergs, der sich dieser Problematik durchaus bewusst war, reizt den Rezensenten zum Widerspruch seinerseits. Etwa gegen den Gedanken, den er bei Blumenberg zu finden meint, dass ein "kommunikatives Beschweigen" die einzig mögliche Form der Vergangenheitsbewältigung im Nachkriegsdeutschland gewesen ist. Hier entdeckt Meyer Ähnlichkeiten mit Jünger, der ja zeitlebens ein "Meister dieser Art zu schweigen" gewesen sei.
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