Das 20. Jahrhundert setzt mit der Unfähigkeit der europäischen Mächte ein, das Ende der Expansionsmöglichkeiten in ferne Peripherien zu akzeptieren. Die imperialistischen Aggressionen, die Deutschland gegen Osteuropa, Japan gegen Ostasien richteten, scheitern 1945. Die Hegemonie der USA wird gefestigt. Der "Kalte Krieg" zwischen den Westmächten und dem Ostblock führt schließlich zu maßloser Hochrüstung und Gefährdung der gesamten Menschheit. Der Versuch, im Sozialismus ein rationaleres und mehr Gleichheit verwirklichendes Gegenmodell zum Kapitalismus zu entwickeln, scheitert als Diktatur einer Partei und endete 1990. Das 20. Jahrhundert ist durch vielfältige Emanzipationen, außerordentliche Erfindungen und eine schnelle Globalisierung, aber auch durch wachsende Ungleichheit, Genozide und Vertreibungen, unsichere und multiple Identitäten, Terrorismus und einen ungezügelten Verbrauch von Umwelt gekennzeichnet. Der Wiederaufstieg Indiens und Chinas sowie neue Hoffnung für Afrika und Lateinamerika bestimmen den Jahrtausendwechsel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2009
Was ist los mit der Bundeszentrale für politische Bildung? Dass diese Institution das vorliegende Buch in hoher Auflage vertreibt, macht dem Rezensenten richtig Sorgen. Hans-Heinrich Noltes Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts nämlich hält Gregor Schöllgen als Leitfaden für Schüler und Studenten für vollkommen ungeeignet. Als beliebige Aneinanderreihung von lückenhaftem Lexikonwissen ohne stringente Gedankenführung, als Stilblüten- und Platitüdensammlung, in der brisante und sensible Sachverhalte fehlerhaft dargestellt werden oder gleich ganz auf der Strecke bleiben, eignet sich der Band in Schöllgens Augen allerdings hervorragend.
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