Nach Kriegsende 1945 hatten Jehovas Zeugen in der SBZ ihr Evangelisierungswerk wieder aufgebaut. Wegen ihrer Verweigerungshaltung in der Zeit des Hitlerregimes erhielten sie den Status als "Opfer des Faschismus". Aufgrund ihrer öffentlichen Missionsarbeit entwickelte die SED aber bald einen politischen Argwohn gegenüber den Zeugen Jehovas. 1949 stempelte sie das Politbüro als amerikanisch beeinflusste Sekte und als Fremdkörper in Ostdeutschland ab. Nach einer durch das Ministerium für Staatssicherheit durchgeführten landesweiten Verhaftungsaktion wurde die Religionsgemeinschaft im August 1950 in der DDR verboten. Der Verfasser zeigt auf, wie das Politbüro der SED Jehovas Zeugen zu verfolgen begann, und analysiert die von Strafgerichten in der DDR gesprochenen Urteile. Weitere Schwerpunkte der Dokumentation stellen die erbitterte Bekämpfung durch das MfS wie auch die Verfolgung der Wehrdienstverweigerer dar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2001
Seit Jahren erforscht der Rechtsanwalt Hans-Hermann Dirksen die Verfolgung kleiner Religionsgruppen in kommunistischen Systemen. Dazu gehören auch die Zeugen Jehovas, von denen in der DDR 6000 verhaftet, fünftausend von ihnen verurteilt wurden, berichtet Frank Pergande. Unter ihnen waren 270, die sowohl im Nationalsozialismus als auch in der DDR im Gefängnis saßen. Der Rezensent setzt die Verfolgung der Zeugen Jehovas in beiden Staaten gleich. Das Buch von Dirksen hält er für einen in jeder Hinsicht gewichtigen Beitrag dafür, DDR-Unrecht nicht nur juristisch, sondern vor allem wissenschaftlich aufzuarbeiten. Eine präzise Kritik an Dirksens Buch scheint Pergande nicht zu haben. Stattdessen zeichnet er in seiner ausführlichen Besprechung einzelne Stationen der Verfolgung der Zeugen Jehovas nach.
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