Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.05.2000
Einigermaßen kühl wird von Gebhard Hielscher diese Geschichte eines Botschafters nacherzählt. Von Station zu Station - USA, Frankreich, Indonesien, Malaysia, Japan und den Vatikan - folgt er dem Ablauf dieser "bemerkenswerten Nachkriegsbiografie", ohne sich weiter für die Einzelheiten, so scheint es, zu interessieren. Zum Widerspruch fordert ihn einzig eine Bemerkung Halliers über den japanischen Kaiser heraus: dieser werde zum "Friedenskaiser" gemacht, obwohl er "zumindest eine Mitschuld an Japans Eroberungskriegen" in Asien trage. Etwas zu ausführlich, so Hielscher, ist das alles geraten, aber vielleicht hat ihm die Zeitzeugenschaft Halliers einfach nur zu wenig Engagement geboten. Ein Zitat erhellt die Lage: "Halten Sie mir die deutsche Wirtschaft zufrieden", hat der damalige Außenminister Genscher dem nach Japan berufenen Hallier gesagt. Ach richtig, oft ist nur das die Botschaft.
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