Der Sammelband steht in der Traditionslinie der Suche nach Strukturen und Spuren eines "Kolonialismus vor Ort". Er nimmt mit Nordrhein-Westfalen ein ganzes Bundesland in den Blick und adressiert damit eine "mittlere Ebene", die zwischen einzelnen Städten und der Nationalgeschichte angesiedelt ist. Dem Narrativ der Nation wird eine "Globalgeschichte von unten" entgegengesetzt. Mit Themenbereichen wie Wirtschaft und Mission, imperialen Sammlungen, Erziehung, Migration und Kolonialrevisionismus werden die vielen Facetten des "Empire at Home" beleuchtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2023
Rezensent Reiner Burger hat formal einiges auszusetzen an dem von Marianne Bechhaus-Gerst, Fabian Fechner und Stefanie Michels herausgegebenen Aufsatzband. Da ist laut Burger der "irreführende" Titel, der eine Imperialismustradition NRWs suggeriert, die es nicht gibt, da ist das den Lesefluss störende Gendern und eine Nanny-hafte Bereinigung von Quellen hinsichtlich des N-Wortes. Dankbar zeigt sich der Rezensent allerdings für die erstmalige Versammlung von Erkenntnissen zur kolonialen Geschichte NRWs. Die Biografie-, Regionalforschung und Wirtschaftsgeschichte verhandelnden Beiträge findet Burger für sich genommen spannend. Schade bloß, dass die Herausgeber dazu keine "übergreifende" These formulieren, kritisiert der Rezensent.
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