Als "eine der großen Demokratiebegründungsschriften überhaupt" hat man diesen Text bezeichnet. Kelsen, der maßgeblich an der Ausarbeitung der ersten demokratischen Verfassung Österreichs von 1920 beteiligt war, geht von der Frage aus, wie die Freiheit des einzelnen am wirkungsvollsten zu sichern ist; er behandelt die Rolle des Parlaments und sein Verhältnis zum Volkswillen, die Bedeutung von Mehrheitsprinzip und Minderheitenschutz, von Elitenauslese und Gewaltenteilung. Kelsens Schrift ist ein Plädoyer für die Demokratie. Angesichts heutiger Demokratiemüdigkeit ist dieser kluge Klassiker so wichtig wie nie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2018
Stephan Speicher empfiehlt das Buch des Staatsrechtlers Hans Kelsen von 1929 zur Neulektüre. Aktuelle Zustände scheinen ihm mit Kelsens Gedanken zur Idee und Gefährdung der Demokratie, zum Begriff des Volkes, zur Rolle der Parteien und des Kompromisses in der demokratischen Gesellschaftsordnung besser verständlich. Anreiz dazu gibt für ihn auch Kelsens Wille zur Nüchternheit. Auch wenn Kelsen gegenwärtige Aggressionen nicht erklären kann, meint Speicher, die Notwendigkeit der Erziehung zur Demokratie leuchtet ihm beim Lesen ein.
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