Der Systemcrash findet statt. Robotik und die Digitalisierung werden die bestehende, enorme gesellschaftliche Ungleichheit noch verstärken, selbst im Westen wenden sich nicht nur breite Bevölkerungskreise, sondern auch die Elite von der Demokratie ab. Die Finanzkrise brodelt weiter, Handelskriege drohen, der Klimawandel zeigt seine extremen Gesichter, China auch. Populisten und autoritäre Regime werden die private Datenflut jedes Bürgers nutzen, um ihre Macht zu festigen. Auch Deutschland ist keine Insel der Seligen mehr. Der neue Nationalismus gilt als Heilsbringer, doch er mündet in eine Kriegsspirale. Game Over. Freispiel ungewiss. Und dann?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2018
Günther Nonnenmacher entdeckt nichts wirklich Neues in dem Buch des Journalisten Hans Peter Martin. Auch Martins Zuspitzungskompetenz kennt er vom Boulevard. Wenn der Autor Themen wie Überwachung, Handelskriege und Globalisierung aufs Korn nimmt, bekommt Nonnenmacher zwar eine mit Daten gespickte flotte Zusammenfassung der riskanten Weltlage, problematisch aber erscheint ihm, dass Martins Überspitzungen beim Leser ein lähmendes Gefühl verursachen und letztlich den rechten Populisten zuarbeiten, die der Autor laut Rezensent eigentlich bekämpfen möchte. Martins Lösungsvorschläge für die globale Krise scheinen Nonnenmacher zudem konventionell oder schlicht unrealistisch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.11.2018
Tanjev Schultz ist gerührt. Was Hans-Peter Martin an Weisheiten gegen Ungleichheit, Klimawandel, Trump, Terror, Mietwucher und andere durchaus ernstzunehmende Probleme auffährt, macht sich prima im linken Poesiealbum, meint er. Der sich schrill äußernde Redebedarf des Autors übertönt laut Rezensent allerdings leider die Wahrhaftigkeit der Ausführungen. Ganz so hoffnungslos möchte Schultz jedenfalls nicht in die Gegenwart schauen. Und so sympathisch die auf Gerechtigkeit zielenden Lösungsvorschläge im Band sind, so allgemein und bekannt findet Schultz sie auch. Große Schlagworte und triviale Details werden die Welt kaum retten, ahnt er.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…