Der Verlust eines geliebten Menschen prägt, und das Geschehene zwingt den Über- und Weiterlebenden nach vielen Jahren Bilanz zu ziehen, über die Zeit vor und nach dem Unglück. In seinem neuen Buch stellt sich der Autor Hans Raimund einer langen inneren Auseinandersetzung um den Tod seiner ersten Frau vor mehr als dreißig Jahren. Die Unfähigkeit zu trauern und die Unmöglichkeit, die beständige Gegenwart dieser Frau aus den eigenen Träumen zu verbannen, finden hier ihre unvergleichliche Sprache. Der eigene Hof, ein Streckhof im burgenländischen Hochstraß, wird dem Autor zum schöpferischen Ort: unscheinbare Dinge des Alltags rücken in den Vordergrund, wiederkehrende Erinnerunegn, Träume, bizarr wie verstörend, durchziehen die Gedichte und Prosastücke, aus denen Angst und Resignation, harscher Trotz sowie eine tiefere Melancholie sprechen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.01.2005
"Kraftvoll und elegisch" ist Hans Raimunds Poesie, meint der "Jdl" zeichnende Rezensent. Einen "großen Abgesang auf die Liebe" habe der österreichische Dichter da verfasst, der zwar Gedichtband auf Gedichtband veröffentlicht habe, aber immer im Ruf des Unentdeckten stehe. Der Rezensent spürt in dem Band eine Unversöhnlichkeit, die sich durch die Stücke zieht und sich in den vielen verschiedenen "Stimmlagen" ausdrückt. Es gibt Versuche in "hohem Tone", von "schlichtem Zorn" bestimmte Erinnerungen an den nationalsozialistischen Vater, aber auch "Träume in Prosa" oder "barock wirkende Formzertrümmerungen". Bei aller Vielfalt komme diese "Poesie einer Zumutung" aber immer auf die verunglückte erste Frau Raimunds zurück, der dieser Band auch gewidmet sei. "Jdl" sieht die Gedichte dementsprechend als "Nänien auf die Liebe eines Lebens".
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