Die Neue Frankfurter Schule gilt als Inbegriff des deutschen Humors und Satirepotenzials, aber - so Harald Martenstein - mittlerweile habe sich auch in München um Axel Hacke und die Süddeutsche Zeitung eine neue humorige Schule etabliert, die allerdings sanfter, versöhnlicher mit ihrer Zeitkritik verfahre. In dieses Umfeld gehört für ihn auch Harald Eggebrecht, der mit der "Kunst des Nickerchens" ein "typisches Münchner Feuilletonistenbuch" geschrieben haben soll: spritzig, witzig, elegant und lebensfroh. Eine Kulturgeschichte des Dösens, am eigenen Leib erfahren und exemplifiziert. Wer tagsüber hin und wieder ein Nickerchen hält, braucht nachts weniger zu schlafen, lautet die Botschaft des Buches. Recht spektakulär findet der Rezensent einige der beschriebenen Nickerchen, die der Autor an öffentlichen Plätzen gehalten haben soll: etwa bei einer Podiumsdiskussion. Dem Ruf des Autors scheint es ja nicht geschadet zu haben. Dem Ruf des Buches allerdings könnte das Cover schaden, meint Martenstein, der sich an Reklame für Katzenfutter erinnert fühlt.
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