Seit Erscheinen der ersten deutschen Ausgabe von "Hundert Jahre Einsamkeit" (1970) gilt Gabriel Garcia Marquez auch hierzulande als einer der ganz großen Autoren der Gegenwartsliteratur. Die weltweite Erfolgsgeschichte des Romanciers gipfelte in der Auszeichnung mit dem Nobelpreis 1982 und setzt sich nun fort mit der Veröffentlichung der mehrbändigen Autobiografie "Leben, um davon zu erzählen". Dabei neigen die europäischen Leser dazu, zwar die Magie der Dinge, von denen Garcia Marquez erzählt, zu bemerken, die Wirklichkeit aber, die ihn inspiriert hat, nicht zu sehen. Harald Irnberger, der Garcia Marquez seit über 30 Jahren kennt und sein Werk kritisch begleitet, rückt deshalb neben dem magischen Realisten auch den politischen Literaten und Journalisten Garcia Marquez in den Mittelpunkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2004
Vor einem Jahr erst hat der kolumbianische Schriftsteller Marquez seine Autobiografie vorgelegt, insofern ist es ganz schön mutig, meint Walter Haubrich, eine Biografie hinterher zu schieben. Haubrich porträtiert den Österreicher Harald Irnberger als profunden Kenner Lateinamerikas und Spaniens. Er "hat verstanden, warum Garcia Marquez so schreibt, wie er schreibt, und weiß das dem Leser zu vermitteln". Irnberger habe gut recherchiert, erklärt der Rezensent, lasse viele wissenswerte Details über das Werk des Schriftstellers einfließen und setze eigene Akzente, indem er den Journalisten Marquez ebenso ernst nehme wie den Schriftsteller Marquez. Allerdings verführt dies den Autor zu eigenen politischen Exkursen, kritisiert Haubrich. Auch bei der Verteidigung Fidel Castros sei Irnberger dem Schriftsteller und Journalisten auf den Leim gegangen, ganz so umfassend war dessen Rückhalt gar nicht, behauptet Haubrich und vermisst außerdem eine angemessene Würdigung des durchschlagenden Erfolgs von "100 Jahre Einsamkeit", ein Roman, der so manchen spanischen Schriftsteller in eine schwere Krise geraten ließ.
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