Sie leben ihre gutbürgerlichen und wohlgeordneten Existenzen hinter gepflegten Fassaden. Sie sind Bewohner eines besseren Viertels nicht fern vom schönen Rhein. Sie heißen Kristin oder Lars, Caja, Wolf oder Gesine, sie sind Künstler, Architekten oder Akademiker. Sie leben verheiratet oder überzeugt solo, mit Kind oder kinderlos, sie dünken sich tolerant, sind erfolgssüchtig oder überspannt oder depressiv. Sie verfügen über Geschmack und Geld - aber nicht über ihre Gefühle und das Glück. Kurzum: ihr Alltag ist der unsere.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2011
Oliver Pfohlmann weiß Heidemarie Schumachers Debütroman "Ein helles und ein dunkels Haus" zu schätzen. Die Geschichte über das Liebeselend von bessersituierten Akademikern und Künstlern in einem angesagten Viertel im Raum Köln-Bonn scheint ihm zwar nicht unbedingt aufsehenerregend. Aber der aus verschiedenen Perspektiven gezeigte Blick hinter die Fassaden der Menschen mit Erfolg und Geschmack, die beim Dinner über eine wohl psychisch kranke Nachbarin lästern, ist in seinen Augen sehr unterhaltsam und entwickelt eine geradezu soghafte Wirkung. Stilistisch erinnert ihn das Ganze ein wenig an Dieter Wellershoff. Interessant findet er außerdem, wie die Autorin das Thema der Gentrifizierung aufgreift und umsetzt.
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