Heinrich von Kleist

Penthesilea

Ein Trauerspiel
Cover: Penthesilea
dtv, München 1998
ISBN 9783423026406
Kartoniert, 240 Seiten, 5,11 EUR

Klappentext

"Er liebte dich, Unseeligste! Gefangen / Wollt' er sich dir ergeben, / drum naht' er!" In den Kampf der Griechen um Troja greift Penthesilea, Königin der Amazonen, mit ihrem Heer ein. Sie trifft auf Achill, und eine leidenschaftliche Liebe entflammt zwischen den beiden. Auf dem Schlachtfeld wollen sie einander erobern. Penthesilea wähnt sich als Siegerin, doch bald schon wird ihr klar, daß sie selbst besiegt und gefangen wurde. Aus Liebe will sich Achill schließlich freiwillig zu ihrer Gefangenen machen und tritt ihr unbewaffnet entgegen, aber Penthesilea glaubt, er wolle sie erneut besiegen und demütigen. Mit ihrer Hundemeute stürzt sie sich auf den wehrlosen Achill und tötet ihn in rasendem Liebeswahn. Zu spät durchschaut sie die wahren Zusammenhänge. Kleists Trauerspiel, erschienen 1808, uraufgeführt 1876, findet an entfesselter Gewalt, an Heftigkeit und affektiver Schlagkraft in der Geschichte des deutschen Dramas kaum seinesgleichen. Originaltext mit Anhang zu Verfasser, Werk und Textgestalt sowie eine Zeittafel und Anmerkungen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.06.2003

Goethe konnte sich mit der Penthesilea nicht anfreunden, erzählt Elisabeth von Thadden in ihrer Besprechung des Kleist'schen Trauerspiel, und schickte das Manuskript mit vernichtender Kritik an Kleist zurück. Kein Wunder, meint von Thadden, denn in diesem "modernen Gräuelrätsel" sei allein Kleists Sprache "klar". Warum die Amazonen-Königin jedoch die wilden Tiere auf ihren Geliebten hetzt, versteht diese nicht einmal selbst. Doch vor allem, vermutet von Thadden, konnte sich Klassiker Goethe wohl nicht mit dem emanzipativen Impetus des Stückes anfreunden. Denn "was Kleist schreibt, ist neu", versichert die begeisterte Rezensentin, die hierdurch nicht nur "die klassische Konvention, sondern alle Machtverhältnisse von Grund auf" infrage gestellt sieht. Denn mit der "Penthesilea" erkläre die weibliche Gewalt zwar für unnatürlich, aber die weibliche politische Freiheit und die Lust für legitim.

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