Heinz Fassmann, Rainer Münz (Hg.)

Ost-West-Wanderungen in Europa

Rückblick und Ausblick
Cover: Ost-West-Wanderungen in Europa
Böhlau Verlag, Wien 2000
ISBN 9783205987253
Broschiert, 246 Seiten, 35,69 EUR

Klappentext

1989/90 fiel der Eiserne Vorhang. Unmittelbar nach Ende des Ost-West-Konflikts begannen die Bürger Ostmittel- und Osteuropas, von der neuen Reisefreiheit Gebrauch zu machen. Etliche versuchten, in ein westliches Land auszuwandern. Angesichts solcher Zuwanderung verflog die Euphorie über das Ende der politischen Spaltung Europas im Westen relativ rasch. Mehr noch als die tatsächliche Migration beunruhigten aber diverse Umfragen, Hochrechnungen und Prognosen die öffentliche Meinung. Es entstand eine teilweise unreflektierte und vordergründige, aber politisch höchst wirksame Angst vor einer neuen Völkerwanderung in Europa. Mehr als zehn Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs können nun tatsächliche Größe und Entwicklung der Ost-West-Wanderung in Europa klar abgeschätzt werden. Damit befasst sich dieses Buch. Es enthält eine Übersichtsdarstellung und elf Länderkapitel. Diese beinhalten jeweils einen historischen Rückblick, eine Darstellung der wichtigsten Veränderungen seit 1989/90 und eine Einschätzung der zukünftigen Migrationsentwicklung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2001

Mit einem Urteil hält sich Johannes Leithäuser in seiner Rezension weitgehend zurück und erläutert stattdessen, worum es in diesem Band überhaupt geht. Zwischen den Zeilen lässt sich dabei aber zu den meisten Thesen der Autoren weitgehende Zustimmung des Rezensenten herauslesen, etwa wenn verschiedene historische Phasen der Ost-West-Wanderung ausgemacht werden: Dass zu Beginn der Industrialisierung vor allem Übersee das Ziel war, später westeuropäische Industrieregionen und noch später, am Ende des Zweiten Weltkriegs, die Vertreibungen in den Westen führten. Vor diesem Hintergrund werde nun ein Blick auf die Gegenwart und die Einwanderungspolitik geworfen. Auch Prognosen für die Zukunft bietet dieser Band, so Leithäuser. So werde darauf aufmerksam gemacht, dass die meisten osteuropäischen Einwanderer gut ausgebildet sind, dass aber auch deren Herkunftsländer mit einem Rückgang der Geburten zu kämpfen haben und das Einwanderer-Potential aus diesen Ländern daher begrenzt ist.
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