Aus dem Französischen von Nicola Schiebeck-Rajeswaran. Madjiguene Cisse, die erste Sprecherin der Bewegung der "Sans Papiers", beschreibt den Kampf von Immigranten in Frankreich. In ihrem Buch analysiert Cisse Gründe für Migration, beschreibt den Weg vieler vom Dorf in die Stadt, die Fahrt weniger in ein anderes afrikanisches Land und schließlich die Reise einer sehr kleinen Gruppe nach Europa, nach Frankreich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.08.2002
Madjiguène Cissé erzählt von der Geschichte einer politischen Bewegung, in deren Zentrum sie steht. Am 18. März 1996 besetzten 300 illegalisierte Flüchtlinge ("sans papiers") eine Pariser Kirche und protestierten gegen den Umgang der französischen Politik mit ihnen und ihren Schicksalsgenossen. Der Protest sorgte für viel Aufsehen, nicht nur Intellektuelle, Kirchen und Gewerkschaften solidarisierten sich: die Sozialisten versprachen im Wahlkampf ihre Unterstützung - wovon sie nach dem Wahlsieg nichts mehr wissen wollten. Die Bilanz, die Cissé in der deutschen Ausgabe zieht (das Original erschien 1999), fällt nicht zuletzt deshalb eher ernüchternd aus: von rechts wie von links ist kaum noch mit Unterstützung zu rechnen. Umso wichtiger scheint dem Rezensenten Gottfried Oy, der vor allem referiert, das Erscheinen dieses Buches nun auch in Deutschland zu sein, wo eine vergleichbare Bewegung bis heute nicht zustande gekommen ist.
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