Menschen fliehen, weil in ihrer Heimat die Hölle los ist. Und Europa schützt seine Grenzen, aber nicht die Flüchtlinge. Das Mittelmeer ist ein Friedhof geworden. Heribert Prantl hat ein leidenschaftliches Plädoyer geschrieben - gegen die Abschottung Europas und für ein radikales Umdenken in der Flüchtlings- und Einwanderungspolitik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.06.2015
Daniel Haufler ist beeindruckt von Heribert Prantls Appell an die Menschlichkeit in Sachen Migrationspolitik. Auch wenn der Weg in der Migrationspolitik von der CDU/CSU-Position der 90er bis heute zunächst als ein weiter erscheint, weist der Autor laut Haufler zu Recht darauf hin, dass die Politik Europa noch immer als zu verteidigende Festung betrachtet, statt endlich eine Schutzkultur zu pflegen und damit zivilisatorischen Notwendigkeiten zu folgen. Dass der G7-Gipfel so teuer ist wie ein Jahr "Mare Nostrum", ist für Haufler eine Erkenntnis aus dem Band. Eine weitere ist die Tatsache, dass die Gründe für die Flucht von Kindern für die EU bislang nicht relevant sind. Außerdem nimmt er die Forderung mit, dass eine vernünftige Sozialpolitik mit Geldleistungen, Arbeits- und Unterkunftsangeboten das Ziel sein sollten, nicht Residenzpflicht und Massenunterkünfte.
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