Zum 90. Jahrestag der Bücherverbrennung von 1933 erscheint nun neu bebildert und durchgängig farbig gedruckt die Neuausgabe von Jürgen Serkes epochalem Buch "Die verbrannten Dichter". Serke zeichnete die Lebensgeschichten jener exilierten Schriftsteller und Schriftstellerinnen nach, deren Werke von den Nationalsozialisten verbrannt wurden. Die Portraitserie erschien zunächst im STERN und holte vergessene Autoren wie Irmgard Keun, Walter Mehring, Armin T. Wegener, Ernst Toller und Yvan und Claire Goll in das öffentliche Bewusstsein zurück. Serkes Wiederentdeckungen hatten maßgeblichen Einfluss auf die Lektüreinteressen einer Generation von Leserinnen und Lesern in Deutschland. Das Buch führte zu einer Wiederentdeckung der Exilliteratur.Nach Veröffentlichung bei Beltz und Gelberg (1977 und 1992) sowie als Taschenbuch bei S. Fischer (1980) erscheint der Band nun in einer neu gestalteten und um Bildmaterial der Sammlung Serke erweiterten Neuausgabe mit aktualisierten Bibliographien. Das Buch erzählt das Leben und Schaffen von u. a. Else Lasker-Schüler, Franz Jung, Albert Ehrenstein, Erich Mühsam, Hans Henny Jahn, Rahel Sanzara, Walter Hasenclever und Johannes R. Becher.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2023
Rezensent Nils Kahlefendt ist ganz hingerissen, dass der Wallstein-Verlag Jürgen Serkes in hohen Auflagen verbreitetes Werk "Die verbrannten Dichter" nun noch einmal stark erweitert, neu bebildert und in opulenter Zwei-Kilo-Ausgabe herausgeben hat. Am liebsten würde er den Backstein vor allem jungen Lesern auf den Nachttisch legen. Ein bisschen Neid packt Kahlefendt beim Blättern und Lesen allerdings auch, erinnert er sich doch an eine Zeit, bevor Medien "Spar-Harakiri" begingen: Henry Nannen schickte Serke in den Siebzigern mit dem Fotografen Wilfried Bauer für ein Jahr durch die USA und Europa, wo die beiden vergessene Autoren des deutschen Expressionismus aufsuchten und porträtierten: Walter Mehring im Zürcher Hotel Opera, Claire Goll in ihrer Pariser Wohnung oder Irmgard Keun in ihrer Bonner Dachkammer, über die Serke notierte: "Sie hat eine große Tochter, eine kleine Rente und bald keinen Halt mehr". Bauers eindringliche Schwarzweiß-Fotos, Serkes "knallige" Texte, Anekdoten, lange Gedichtzitate im O-Ton und nicht zuletzt die prächtige Aufmachung überwältigen den Rezensenten wie beim ersten Mal.
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