Kunst hat nicht nur ihre ideelle, sondern auch ihre materielle Grundlage. Und die Untersuchung der Materialien kann überraschende und höchst aufschlussreiche Erkenntnisse zutage fördern. Warum sind bestimmte Kunstwerke außergewöhnlich haltbar? Was ist das Besondere an chinesischem Seidengewebe? Woran erkennt man einen falschen Rembrandt oder eine falsche Schubert-Symphonie? Vom Neandertaler-Schädel von Le Moustier bis zu den angeblichen Tagebüchern Hitlers reicht die Spannweite der Objekte,die hier einmal der Ingenieur und nicht der Kunsthistoriker unter die Lupe nimmt oder auch in den Kernspintomographen schiebt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.09.2002
Dieses Buch erzählt Kunstgeschichte aus anderer Perspektive, so Ralf Berhorst. Dennoch kommen die spannendsten Kapitel darin vor, handelt es doch von teilweise spektakulären Kunstfälschungen, die häufig überraschend plump und stümperhaft vorgenommen werden. Aber zu jeder Fälschung gehört auch, weiß Berhorst nun, die Bereitschaft der Betrogenen, sich täuschen zu lassen. Wie im Fall der Hitler-Tagebücher, die ebenfalls der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung vorgelegen haben. Der Autor stand dieser Behörde zehn Jahre lang als Präsident vor, berichtet der Rezensent. Doch nicht nur von Kunstfälschungen sei in dem Buch die Rede, so Berhorst, sondern auch von Rekonstruktionen oder Rettungen von Kunstwerken: etwa wie man mithilfe der Computertomografie Fragmente eines Neandertalerschädels zusammenfügen konnte. Das Buch wirft nach Berhorst einen Blick auf die häufig vernachlässigte materielle Seite der Kunst, einerseits eine sehr nüchterne Angelegenheit, andererseits eine hochspannende Materie, lässt man sich erstmal auf ihren stofflichen Aspekt ein.
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