Dieses Buch erinnert an junge Schriftsteller, die im Dritten Reich debütierten oder ihren literarischen Durchbruch erlebten und als Parteigänger, Mitläufer, Verächter oder Gegner des Nationalsozialismus von Diktatur, Staatsterror und Krieg verschlungen wurden. Dabei helfen Querschnittsdarstellungen und Fallbeschreibungen, die Spuren dieser "verlorenen Generation" freizulegen und aufzudecken, was sie hinterlassen hat: Werkruinen und Lebenstrümmer, die dem kollektiven Vergessen anheimgefallen sind und aus ästhetischen oder politischen Gründen verdienen, ihm entrissen zu werden.
Literaturwissenschaft und Öffentlichkeit neigen zu ablehnenden Pauschalurteilen, wenn es um die Einschätzung jener Literatur geht, die in Deutschland zur Zeit des NS-Regimes entstanden ist, erklärt Rezensent Carsten Würmann. Horst Denkler stellt in seiner Studie die angebliche Wertlosigkeit dieser Literatur in Frage, sichtet die gesamte Bandbreite des damaligen literarischen Schaffens und unterzieht dieses einer kritischen Prüfung - die stellenweise zur Rehabilitierung führen. Denklers Fazit über die "verlorene Schriftstellergeneration" bleibe differenziert, wie der Rezensent lobend anmerkt: Obwohl einige Autoren, etwa Kilian Kerst oder Hermann-Georg Rexroth, es verdienten, neu verlegt zu werden, so seien Zweifel darüber erlaubt, ob ihnen Erfolg beschieden sein wird, zumal ihre Werke in Form und Inhalt "irreversibel von der NS-Diktatur geprägt" sind, und dem heutigen Leser sehr fern und befremdend erscheinen können. Der Rezensent sieht sich nicht in der Lage zu entscheiden, ob man Denklers Einschätzungen teilen solle - dazu müsste man die von ihm gesichteten Bücher erst einmal lesen. Denklers eindeutiger Verdienst sei es jedoch, die Frage nach der Qualität der im Nationalsozialismus entstandenen Literatur so "material- wie faktenreich" gestellt zu haben.
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