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Michele K. Troy

Die Albatross Connection

Drei Glücksritter und das "Dritte Reich"
Cover: Die Albatross Connection
Europa Verlag, München 2022
ISBN 9783958903807
Gebunden, 544 Seiten, 42,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Herwig Engelmann. Welche Art von Literatur im sogenannten "Dritten Reich" gelesen, verlegt, verkauft werden durfte und welche nicht - das, so wir denken wir, sei inzwischen hinreichend bekannt. Schließlich hatten sich Autoren, Buchhandlungen und Verlage nicht nur der "Reichsschrifttumskammer", sondern auch den Verordnungen des Propaganda-Ministeriums zu unterwerfen. Nicht zuletzt der Börsenverein des deutschen Buchhandels wachte mit Argusaugen über das, was in den Schaufenstern oder am Ladentisch angeboten werden durfte. Basierend auf jahrelangen gründlichen Recherchen, erzählt die amerikanische Professorin Michele Troy von einer heute kaum noch bekannten, anderen Seite der Medaille: wie es drei herausragenden Männern unterschiedlicher Herkunft gelingen konnte, vor aller Augen angelsächsische Weltliteratur vom Krimi bis zu James Joyce' Ulysses an jeder Zensur vorbei in Nazi-Deutschland zu verbreiten. Auf den Schwingen des Albatross - so der Name ihres international operierenden, aber den Markt von Deutschland aus beliefernden "seltsamen" Firmengeflechts - versorgten sie Leserinnen und Leser, auch Soldaten, über den Buchhandel mit Taschenbüchern, die für diese sonst unerreichbar geblieben wären.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.05.2022

Rezensent Hans von Trotha liest Michelle Troys Geschichte des Albatross Verlags, der während der NS-Zeit in Deutschland Joyce, Woolf und Hammett im Original verlegte, als spannende Kulturgeschichte und Roman. Letzteres vor allem wegen der starken Persönlichkeiten, wie Christian Wegner oder Kurt Enoch, die den Verlag prägten und das Unmögliche möglich machten, wie Trotha anmerkt. Die komplexe Verlagsgeschichte erzählt Troy laut Trotha auf mitreißende angelsächsische Weise, scheut weder Cliffhanger noch Skurrilitäten, sodass der Rezensent mitunter gar dezent die Nase rümpft. Die Gründlichkeit der Recherchen aber stimmt ihn letztlich wohlwollend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2022

Rezensent Mark Lehmstedt liest Michele K. Troys verlagsgeschichtliche Darstellung über den Albatross Verlag, der von 1932 bis 1955 existierte und englischsprachige Literatur in Deutschland in günstigen Taschenbüchern veröffentlichte, mit Spannung. Die Geschichte des kurioserweise von den Nazis gelittenen Verlages und ihrer teils jüdischen Macher scheint Lehmstedt so ziemlich das Aufregendste zu sein, was die Branche hergibt. Die Autorin stellt laut Lehmstedt das Verlagskonzept vor und schreibt anhand von Archivquellen eine Story, die sich mitunter wie ein Abenteuerroman liest.
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