Unter modernen Bedingungen bestimmt der Umgang mit Fremden einen immer größeren Teil der menschlichen Sozialbeziehungen. Um die damit verbundenen Gefahren in den Griff zu bekommen, müssen sich immer mehr Menschen mit immer heterogeneren Wissensbeständen auf adäquate Spielregeln für individuelles Handeln einigen. In einem ersten von drei Schritten zeigt das vorliegende Buch, daß sich Menschen das zum Handeln benötigte Wissen über die Verinnerlichung sozial konstruierter Wissenssysteme aneignen und daß ein großer Teil des so erworbenen Wissens impliziter Natur ist. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Lage von Menschen thematisiert, die vielen unterschiedlichen Wissensgemeinschaften gleichzeitig angehören können. Im dritten Teil wird ein konventionalistisches Weltmodell als Grundlage für kollektives Handeln vorgeschlagen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2001
Rolf Ackermann hat dieses Buch offenbar mit großem Gewinn gelesen. Denn hier sieht der Rezensent auf hervorragende Weise die Bedeutung eines Minimalkonsens für eine Gesellschaft, die aus verschiedenen Gruppen besteht, erläutert - weit mehr, als das bei üblichen Leitkultur-Debatten oder Überlegungen zur Multi-Kulti-Gesellschaft der Fall ist. In mancher Hinsicht hat Ackermann ein Nähe zu Kommunitaristen entdeckt, etwa dort, wo Hegmann angesichts der Globalisierung ein Defizit bei "kultureller Geborgenheit und stabilen sozialen Beziehungen" diagnostiziert. Doch anders als die Kommunitaristen ist dies für den Autor, so Ackermann, kein Grund, die Globalisierung als solche in Frage zu stellen. Vielmehr gehe es ihm darum, eine Grundlage zu finden, die allen Bevölkerungsgruppen gerecht wird. Die Ideen, die Hegmann dazu entwickelt, scheint der Rezensent allesamt lesenswert zu finden, auch wenn die Schlussfolgerungen des Autors "nicht spektakulär" klängen. Gut gefällt dem Rezensenten darüber hinaus, dass Hegmann auf Empfehlungen an die Politik verzichtet. Denn andernfalls hätte er sein "eigenes Unternehmen in Frage" gestellt, "das davon ausgeht, dass die gedachte sozialvertragliche Grundlage jeder Gesellschaft historisch gewachsen und kulturell relativ ist", so der Rezensent.
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