Ilma Rakusa

Impressum: Langsames Licht

Gedichte
Cover: Impressum: Langsames Licht
Droschl Verlag, Graz 2016
ISBN 9783854209492
Gebunden, 184 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Aleš Šteger. 15 Jahre nach ihrem letzten Gedichtband, "Love after love", bringt sich Ilma Rakusa wieder als Lyrikerin in Erinnerung. "Impressum: Langsames Licht" ist ein in mehrere Abteilungen gegliederter Band mit rund 90 kürzeren und längeren, z.T. auch mehrteiligen Gedichten, die die Themen und poetischen Verfahren ihres gesamten Werks exemplarisch vorführen. Ihr Ort ist die ganze Welt, bevorzugt aber der ehemalige Osten Europas. Ilma Rakusa ist eine Schauende, eine Zeitgenossin, die die unerwarteten Anblicke im Gewohnten und Alltäglichen ebenso wie in der Fremde mit den Verfahren der Moderne bewältigt. Und mit einer unerhört geschmeidigen und hochmusikalischen Sprache, die sich - trotz knapper Schnitte und schneller Assoziationen - nie allzu weit von der Alltagssprache entfernt und diese dadurch zu unglaublicher Dichte komprimiert. Die kleinen Bewegungen der Erinnerung, das sensible Registrieren vergehender Zeit, der genaue Blick: daraus entsteht in diesen Gedichten eine andere, eine ungewohnte Schönheit, die die klassischen Topoi (Natur, Vergänglichkeit, Sehnsucht) auf selbstverständliche Weise mit aktuellsten gesellschaftlichen Fragen verbindet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.02.2017

Nico Bleutge lernt bei Ilma Rakusa den poetischen Zauber von Listen kennen. Wenn Rakusa Wörter und Bilder zu Reihen verbindet, offenbart sich für Bleutge ein starkes Gespür für Rhythmus und Klang und die Lust an der Kombination des scheinbar Unvereinbaren. Der Wahrnehmung der Stunden und Tage, erklärt er, gesellen sich im Listenhaften die Sprache, Erinnerung, Reiseeindrücke, Lesefunde oder das Nachdenken über das Schreiben. Besonders stark findet der Rezensent die Texte, in denen sich Bildkraft, Sprachlust und Selbstreflexion miteinander verbinden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2016

Hymnisch bespricht Franz Haas Ilma Rakusas neuen Gedichtband: Für den Kritiker ist die Schweizer Schriftstellerin mit slowenisch-ungarischen Wurzeln ohnehin ein literarisches Genie, das in Kritik, theoretisch-analytischen Texten und Übersetzungen ebenso brilliert wie in Lyrik und Prosa. Entsprechend hingerissen liest der Rezensent dieses "subtile Kompendium von Sinneseindrücken und illuminierenden Blicken" auf die Gegenwart, in dem Rakusa mäandernd zwischen leichthändigem Sprachspiel und existentiellem Ernst von Melancholie, Alltag und Elend in Berlin, Bukarest, Duisburg, Lemberg, Odessa oder Transsilvanien schreibt. Ein virtuoser Band, in dem Empathie, Poesie, "Lebenswitz" und Farben leuchten, schwärmt der Kritiker, der auch mit Aleš Štegers Nachwort (und seinem Lob auf Rakusas "Neigungswinkel des Ohrs") sehr zufrieden ist.

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