Inge Barth-Grözinger

Etwas bleibt

Cover: Etwas bleibt
Thienemann Verlag, Stuttgart 2004
ISBN 9783522176552
Gebunden, 448 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Die Levis sind eine angesehene Familie in Ellwangen. Doch mit der Machtergreifung Hitlers ändert sich das Klima in der Kleinstadt auf schleichende Weise ... Jeglicher Überlebensgrundlage entzogen, bleibt der Familie 1938 nichts anderes übrig, als ihre Heimat Deutschland zu verlassen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2004

Ein "vorbildliches Projekt" einer Ellwanger Schulklasse lieferte die Idee für Inge Barth-Grözingers neues Buch, weiß Rezensent Reinhard Osteroth. Ein Jahr lang hatten sich Gymnasiasten mit ihrer Lehrerin auf die Suche nach den Spuren jüdischer Schüler gemacht und die Lebens- und Leidensgeschichte eines Jungen nachvollzogen. Barth-Grözinger hat daraus einen Roman gemacht, der "in vielen Passagen überzeugen" könne, gespickt sei mit "eindringlichen Szenen", aber dennoch den Rezensenten nicht völlig zufrieden stellte. Er findet das Buch "um viele Seiten" zu lang; ihm fehlen sprachliche "Verdichtungen" und "Prägnanz" im Stil. Und doch: Obwohl Barth-Grözinger vieles wiederholt, erreicht sie letztlich doch ihr Ziel, gibt Osteroth zu: Dem Leser ein längst vergessenes Schicksal "begreiflich" zu machen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.09.2004

Ralf Husemann lobt dieses Buch für Kinder ab 13 Jahre von Inge Barth-Grözinger als "packenden `Roman´" - wobei er Roman in Anführungsstrichen setzt, da es sich für ihn hier eher um eine "materialreiche Doku-Fiction" handelt. Es geht, erfährt man, um das Schicksal einer jüdischen Familie in der schwäbischen Kleinstadt Ellwangen nach der "Machtergreifung" der Nazis. Diese Familie, die Levis, haben dort tatsächlich gelebt, und Schüler des dortigen Peutinger-Gymnasiums hatten ihre Geschichte wie den Alltag im Dritten Reich in Ellwangen auch schon einmal für eine Ausstellung recherchiert. Husemann lobt, es gelinge Barth-Grözinger, Lehrerin an besagtem Gymnasium, hier überzeugend "und gewiss realitätsnah", die allmählichen und dann immer rascher sich anbahnende Katastrophe anschaulich zu schildern, die die Levis schließlich in die Emigration trieben - vor allem die inneren Konflikte des Sohnes Erwin. Gerade jüngere Leser, die die Bestialität der Vernichtungslager von einer Beschäftigung mit dieser Zeit eher abschrecken würde, findet Husemann, könnten hier ermessen, wie der Alltag im Dritten Reich aussah: "nicht so blutig, aber kaum weniger grausam".
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