Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2002
Beatrice Eichmann-Leutenegger hat mit "Roza und die Wölfe" ein durchaus bedachtes und vielschichtiges Portrait gelesen, doch gibt es für sie auch einiges daran auszusetzen. So findet die Rezensentin die Anordnung des Stoffmaterials zu unübersichtlich. Die auf mehreren Ebenen verknüpften objektiven Betrachtungen und subjektiven Eindrücke der Lebenssituationen Rosa Luxemburgs geben ein kompositorisches Verfahren ab, das die "Transparenz des Textverlaufs nicht unbedingt fördert", so die Rezensentin. Auch erinnert sie der Gestus der "explizit persönlichen Annäherung" an die Attitüden einer ihrer Ansicht nach längst überholten "neuen Innerlichkeit". Die biografischen Recherchen Ingeborg Kaisers bestechen aber vor allem durch ihre "atmosphärische Dichte" sowie durch eine "diskrete Wahrnehmung", die frei ist von vorschnellem Verständnis und durch besondere Fragehaltung neue Sichtweisen fördert, so Eichmann-Leutenegger. Somit sei die Arbeit ein "tragfähiges Fundament für weitere Auseinandersetzungen" mit "Feuerfrau" Rosa Luxemburg.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…