Aus dem Dänischen von Hanns Grössel. Mit 14 reproduzierten Radierungen von Per Kirkeby. Das Großgedicht "alfabet" (1981) besteht aus 14 Kapiteln, den Buchstaben a bis n, jedes Kapitel wird mit einer Radierung von Per Kirkeby eingeleitet.
Auf einer Doppel-CD hat Inger Christensen den deutschen Text eingelesen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2017
Es gibt Dichter, es gibt große Dichter und es gibt wirklich große Dichter, wenn man Rezensent Nico Bleutge folgt. Inger Christensen gehört seiner Auffassung nach eindeutig zur letzteren Kategorie. Erst auf den zweiten Blick enthüllen sich dem Leser die meisterhaften Konstruktionen ihrer Verse, wo vorher nur klangvolle, zusammenhanglose Worte aneinandergereiht standen, warnt Bleutge. In ihrem Langgedicht "Alfabet" orientiert sich Christensen beispielsweise an der mathematischen Fibonacci-Folge, einem Muster, das auch in der Natur auftaucht, erfahren wir. Diese anspruchsvollen klanglichen und mathematischen Formen fülle die Dichterin mit weltanschaulichen Gedanken und ideellen Vorstellungen. Doch so anspruchsvoll Form wie Inhalt sind, Christensens Gedichte sind nie belehrend, elitär oder überladen, versichert der begeisterte Rezensent und zitiert: "den herbst gibt es; den nachgeschmack und das nachdenken / gibt es; und das insichgehn gibt es; die engel, / die witwen und den elch gibt es; die einzelheiten / gibt es, die erinnerung, das licht der erinnerung; / und das nachleuchten gibt es."
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