Konrad Adenauer und Ludwig Erhard - zwei "ungleiche Gründerväter" der Bundesrepublik Deutschland, die gemeinsam eine Ära prägten, sich dann aber über die Ausrichtung der Europapolitik zerstritten und einen erbitterten "Kampf ums Kanzleramt" lieferten, der in völliger Zerrüttung endete.Neben diesem großen Drama verblasst ein wenig die Tatsache, dass ihre alltägliche Zusammenarbeit vor allem von den Fachfragen des Wirtschaftsressorts bestimmt wurde. Genau hierauf richtet die neue Adenauer-Erhard-Edition in der "Rhöndorfer Ausgabe" ihr Augenmerk, indem sie Briefe, Memoranden und Gesprächsaufzeichnungen versammelt, die sich auf die Wirtschaftspolitik im engeren Sinne beziehen. Behandelt werden ordnungspolitische Grundsatzfragen wie die Kartellgesetzgebung, die Mitbestimmung und die Regelung der Sozialpartner-Beziehungen. Die Dokumente geben aber auch Aufschluss über praktische und prinzipielle Aspekte der Konjunkturpolitik - etwa die Maßnahmen zur Sicherung des Wachstums, die Einhegung der Lohn- und Preisentwicklung sowie die Debatte um die gesellschaftlichen Folgen des Konsums.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2020
Christian Hecker liest den von Dominik Geppert und Hans-Peter Schwarz herausgegebenen Quellenband zum Schrifttausch zwischen Adenauer und Erhard mit Erkenntnisgewinn. Der Rezensent erkennt sowohl die unterschiedlichen Menschenbilder der beiden Politiker als auch die daraus resultierenden politischen Handlungen und Konflikte der beiden untereinander. Dem optimistischen, auf moralische Überzeugungsarbeit setzenden bei Erhard steht das pessimistische, mit dem menschlichen Egoismus rechnende Bild bei Adenauer gegenüber, hält Göpfert fest. Wie Erhard mit seinem Konzept scheiterte und wie die Soziale Marktwirtschaft sich entwickelte, erfährt der Rezensent hier ebenfalls.
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