Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.01.2003
In ihrer Untersuchung "Der Althusser-Effekt" arbeitet Isolde Charim heraus, dass Louis Althussers materialistische Theorie der 1970er durch eine Neubestimmung von Ideologie charakterisiert ist, berichtet Rezensentin Antke Engel. Das Besondere an Charims Perspektive erblickt Engel darin, dass sie Althussers Ideologietheorie als eine Machttheorie lese, die das Zusammenspiel von Subjektivität und Herrschaft erklären könne, wobei die paradoxe Figur der "freiwilligen Unterwerfung" eine große Rolle spiele. Als Angelpunkt von Charims Arbeit erkennt Engel nämlich die Frage nach den Funktionsweisen ideologischer Herrschaft, die die Autorin einerseits im Blick auf eine Neufassung des Staatsbegriffs, andererseits auf den Prozess der Subjektkonstitution durchdenke. Dass es der Autorin gelingt, herauszuarbeiten, wie sich die Funktionsweise der ideologischen Staatsapparate mit Disziplinierung und Zwang verbündet und vor allem, wie der Prozess der "freiwilligen Unterwerfung" zu verstehen ist, würdigt Engel als "bedeutsamen Einsatz" von Charim. Überzeugt hat sie Charims "Entwurf einer Ideologietheorie" vor allem dadurch, "dass er die aktive Verwicklung der Individuen in eine Komplexität umkämpfter, widerstreitender Herrschaftsverhältnisse erklären kann". Unklar bleibe indes, warum bestimmte Herrschaftsformen unter bestimmten Bedingungen Hegemonie erlangen oder was dies verhindere, hält Engel fest. Ein kleines Manko ist für sie auch das Fehlen eines Schlusskapitels, das den Prozess der Subjektkonstitution noch einmal an die vorangegangenen Überlegungen rückbinden würde.
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