Aus dem Französischen von Luca Homburg. Herausgegeben von Peter Engelmann. Was Geoffroy de Lagasnerie bereits in "Das politische Bewusstsein" begann, setzt er in "Die unmögliche Kunst" fort - nämlich die Entwicklung einer umfassenden oppositionellen Praxis. Nach der politischen Theorie nimmt der Autor nun die Kunst ins Visier: ein sakrosanktes Gut, dem unsere Gesellschaft nahezu einstimmig einen bedingungslosen Wert beimisst - doch zurecht? Lagasnerie prangert die Selbstgefälligkeit der zeitgenössischen Kulturszene an und zeigt, dass selbst jene Kunst, die sich als apolitisch oder gar als subversiv versteht, zur Perpetuierung von Herrschaftssystemen und Ausgrenzungsmechanismen beiträgt. Was also macht eine wahrhaft oppositionelle Kunst aus? Wie können Kunstschaffende mit ihren Werken destabilisierende Effekte erzielen? In Antwort auf diese Fragen entwirft Lagasnerie die Leitlinien einer Ethik des künstlerischen Schaffens und plädiert dabei leidenschaftlich für eine politisch wie sozial engagierte Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.12.2022
Rezensent Ingo Arend kann Geoffroy de Lagasneries neues, laut Arend auf dem Vorgänger "Das politische Bewusstsein" von 2021 aufbauendes Buch nicht überzeugen. So ostentativ radikal sich der Philosoph hier auch gegen eine "kollaborative" Kunst positioniert, so altbekannt erscheinen Arend die Vorbilder des Autors für eine oppositionelle Kunst: Brecht, Haacke, Edouard Louis. Ob mit ihnen Veränderung möglich ist, wagt der Rezensent zu bezweifeln. Und Lagasneries eigener Entwurf einer "zynischen Ethik" bleibt ihm zu undeutlich. Als Beleg für altlinke Kunstfeindschaft taugt der Essay laut Arend aber ganz gut.
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