In seiner Studie über Arthur Schnitzler arbeitet Le Rider die zentralen Elemente im literarischen Werk des meistgelesenen Autors der Wiener Moderne heraus und beleuchtet die kritische Perspektive, die dieser in Bezug auf die gesellschaftlichen Konflikte der damaligen Zeit einnahm. Arthur Schnitzler (1862-1931) war einer der herausragenden Vertreter und kritischen Interpreten der Wiener Moderne. Schon in seiner Zeit als Arzt betätigte er sich als Schriftsteller und widmete sich später ganz dem Schreiben. Schnitzler hat den psychologischen Roman gleichsam revolutioniert, so dass sein ebenfalls in Wien wirkender Zeitgenosse und Freund Sigmund Freud ihm schrieb, er betrachte ihn als seinen Doppelgänger. Immer wieder haben seine Novellen Kinoverfilmungen angeregt (zuletzt Stanley Kubricks Eyes Wide Shut), und seine Theaterstücke werden auch heute noch auf allen europäischen Bühnen gespielt. Als Wiener Jude wurde Schnitzler, der die Lebensbedingungen der Juden zur damaligen Zeit mit großer Sensibilität thematisierte, häufig zur Zielscheibe antisemitischer Angriffe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2007
Mit diesem Buch hat sich der französische Literaturwissenschaftler Jacques le Rider aus Sicht von Rezensent Jens Malte Fischer qualifiziert, die große, bislang noch fehlende Darstellung von Arthur Schnitzlers Leben und Schaffen zu schreiben. Das vorliegende Buch selbst nämlich sei diese Darstellung jedoch noch nicht. Vielmehr hatte der Rezensent beim Lesen stets das Gefühl, es mit einer Vorstudie dazu zu tun zu haben. Trotzdem kommt man der Einschätzung Fischers zufolge in Zukunft an diesem lesenswerten Werk nicht mehr vorbei. Er bescheinigt le Rider fundiertes Wissen, sowohl was die Epoche insgesamt als auch Schnitzlers Leben und Werk betrifft. Doch oft wünscht sich der Rezensent intensivere Betrachtungen einzelner Aspekte, beispielsweise von Schnitzlers jüdischer Identität. An den vielen Erläuterungen ihm vertrauter Themen und Komplexe merkt Fischer zudem, dass das Buch für ein französisches Publikum geschrieben wurde. Die in diesem Zusammenhang zustande gekommene Ersetzung des Begriffs "Fin de Siecle" durch "Belle Epoque" findet er dann auch nicht ganz unproblematisch.
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