Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Karin Uttendörfer, mit Zeichnungen von Jacques Yonnet. Das "größte Buch, das je über Paris geschrieben wurde" (Raymond Queneau): eine Art geheime Chronik des alten Paris, ein Kaleidoskop von Begegnungen und Begebenheiten während der Zeit der deutschen Besatzung. Yonnet, der in diesem Buch seine Erfahrungen als Widerstandskämpfer im Pariser Untergrund verarbeitet, findet Phantastisches und Mythisches im Alltäglichen und schafft das verdichtete Portrait einer Stadt im Ausnahmezustand. Dabei entwickelt der schnelle Rhythmus seiner brüchigen Sprache, versetzt mit Straßenjargon und Lautsprachlichem, einen Sog von großer poetischer Kraft. Das als Meisterwerk gefeierte Buch blieb, neben einigen wenigen Theaterstücken, Gedichten und journalistischen Arbeiten, sein einziges Werk.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2013
Oh la la, was für ein Buch, freut sich Niklas Bender. Zwar schon 1954 veröffentlicht und jetzt erst auf Deutsch, laut Bender kongenial dank Karin Uttendörfer. Doch dass Jacques Yonnet modern ist, hochliterarisch zudem, daran zweifelt Bender keine Minute. Wenn Yonnet ihn mitnimmt in das alte Paris der Gaukler, Zwerge und Diebe, klischeefrei dabei und raffiniert konstruiert zuerst episodisch, dann immer romanesker erzählt, fasst es Bender magisch an. Orte, Taten, Figuren, alles beginnt für den Rezensenten vor unheimlicher, übernatürlicher, krimineller Energie zu strahlen. Dieses Paris aber ist für Bender mehr, als bloße Gaunerromantik, es ist ein utopischer Ort, ein Gegenentwurf zum Barbarentum der deutschen Besatzung, die Yonnet in die Rahmenhandlung verweist.
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