Anne Weber

Annette, ein Heldinnenepos

Cover: Annette, ein Heldinnenepos
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2020
ISBN 9783957578457
Gebunden, 208 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Was für ein Leben! Geboren 1923 in der Bretagne, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher - wofür sie von Yad Vashem später den Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" erhalten wird -, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung… und noch heute an Schulen ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des Ungehorsams. Anne Weber erzählt das unwahrscheinliche Leben der Anne Beaumanoir in einem biografischen Heldinnenepos. Die mit großer Sprachkraft geschilderten Szenen werfen viele Fragen auf: Was treibt jemanden in den Widerstand? Was opfert er dafür? Wie weit darf er gehen? Was kann er erreichen? Annette, ein Heldinnenepos erzählt von einer wahren Heldin, die uns etwas angeht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.04.2020

Dieser Frau ein "Denkmal" aus Versen zu setzen, ist laut Joseph Hanimann schon eine mutige Entscheidung. Denn es geht um eine Frau, die Französin Anne Beaumanoir, die auch selbst über ihr Leben geschrieben hat ("Wir wollten das Leben ändern"). Diese selbstgestellte Aufgabe dann aber so brillant auszuführen, dem gegenüber zieht der Kritiker tief seinen Hut, ach was, auf die Knie sinkt er! Begeisterung löst bei ihm nicht nur die Lebensgeschichte der Französin aus, die Resistance, Rettung von Juden und Gefängnishaft wegen ihrer Unterstützung des algerischen Widerstands samt Flucht und mehrfachem Neubeginn hinter sich hat. Nein, es ist auch die große Sprachkunst der Autorin, die ihn bezaubert. Den Perspektivenwesel - Fernblick auf das historische Geschehen neben intimen Lebensdetails und sogar ihre eigenen sanften Vorbehalte - meistert sie vollkommen, findet der hingerissene Kritiker.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.02.2020

Rezensentin Carolin Fischer hält Anne Webers Heldinnenepos über die französische Résistance-Kämpferin und Verfechterin der Unabhängigkeit Algeriens, Anne Beaumanoir, für ein gelungenes literarisches "Experiment": Das lange Prosagedicht, das zwar in Versen verfasst, aber nicht gereimt ist, wird mit seiner ungewöhnlichen Form dem ungewöhnlichen Leben dieser Frau, die von den Franzosen nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst gefeiert und dann wegen ihres Engagements für die Unabhängigkeit Algeriens ins Exil vertrieben wurde, bestens gerecht, versichert die Kritikerin. Ein einmaliger Weg, Beaumanoirs wichtigste Taten einem deutschen Publikum näherzubringen, lobt sie.