Aus dem Norwegischen von Bernhard Strobel. Sechs Generationen haben im 20. Jahrhundert in der Villa Bohre gelebt, geliebt und gekämpft. Oslo 1940 - am Vorabend der Deutschen Invasion in Norwegen. Der Beginn einer Familiensaga, deren treibende Kräfte sechs Frauen sind. Im Mittelpunkt stehen Rita Bohre und ihr Lebenswerk Femina erecta. Es handelt von der aufgerichteten Frau. Von Frauen, die immer aufs Neue aufstehen müssen. Agnes tritt eine Pilgerreise an. Rita führt Gespräche mit Fridtjof Nansen in seinem Turm in der Villa Polhøgda. Maud segelt auf einem Floß den Kongo-Fluss stromabwärts. Bjørg schreibt Gedichte in der psychiatrischen Klinik Gaustad. Laila arbeitet als Kabinenmädchen auf der MS Bergensfjord. Ingri wird die jüngste Ministerin in der Regierung. Etwa 2000 Jahre sind vergangen, und wir befinden uns in der Chinesischen Föderation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2021
Rezensent Matthias Hannemann findet die Erzählperspektive in Jan Kjaerstads neuem Roman überraschend: Aus Sicht einer chinesischen Dynastienforscherin erkundet der Autor Norwegen im 20. Jahrhundert. Als roter Faden dient das Leben einer Paläontologin ab 1940 bis in die Gegenwart, erläutert Hannemann, der Kjaerstads farbig fiktionales dem autobiografischen Schreiben bei Kjaerstads Landsmännern Knausgard und Björnstad vorzieht. Auch wenn dem Roman der "fesselnde Fluchtpunkt" fehlt und der Text sich mitunter in die Länge zieht, wie Hannemann feststellt, Kjaerstads "Seitenhiebe" auf seine Heimat Norwegen allein sind die Lektüre wert, meint der Rezensent.
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