Ryu Murakami

In Liebe, Dein Vaterland

Band 1: Die Invasion
Cover: In Liebe, Dein Vaterland
Septime Verlag, Wien 2018
ISBN 9783902711762
Gebunden, 456 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Japan befindet sich in einer dystopischen Gegenwart. Amerika lässt seinen einstigen Verbündeten im Stich und Hunderttausende von Obdachlosen ziehen durch das von einer gigantischen Wirtschaftskrise gebeutelte Land. Nordkorea, das seine Beziehungen zu den USA inzwischen verbessert hat, beschließt, die Schwäche des verhassten Nachbarn auszunutzen, und plant eine heimtückische Invasion. Getarnt als aus Nordkorea geflüchtete Dissidenten besetzt eine Einheit aus neun Elite-Soldaten das Baseball-Stadion der japanischen Hafenstadt Fukuoka und nimmt die 30.000 Zuschauer als Geiseln. Während die ohnmächtige japanische Regierung hysterisch sinnlose Maßnahmen ergreift, nimmt in Fukuoka ein absurder Albtraum seinen Lauf. Im Zuge der Geheimoperation "In Liebe, Dein Vaterland" sollen weitere 120.000 Soldaten folgen und den Süden Japans in eine Provinz Nordkoreas verwandeln. Ryū Murakami zeichnet in seiner zweiteiligen Dystopie über einen möglichen Einmarsch nordkoreanischer Truppen im friedliebenden Japan eine bitterböse Satire über eine Nation, in der die Schere zwischen Arm und Reich zwar immer größer zu werden scheint, aber Tradition vor Effizienz gestellt wird; und die nordkoreanische Diktatur, die ohne Zweifel Jahrzehnte hinter der westlichen Welt zurückliegt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2019

Rezensent Steffen Gnam bekommt nicht gerade Lust auf Japan mit der Lektüre von Ryu Murakamis Dystopie, in der ein nordkoreanisches Soldatenkontingent ein japanisches Baseballstadion samt 30000 Zuschauern in Geiselhaft nimmt. Brillant und beißend beschreibt der Autor laut Gnam ein Japan der nahen Zukunft, in dem Inflation, moralischer Verfall, Lethargie, Infantilität und Amerikahörigkeit herrschen und das Land zum Ziel für eine blutige Invasion machen. Wie der Autor "Topografien des Terrors" entwirft und vor den Narkosemitteln des Totalitarismus warnt, findet Gnam lesenswert und nur bisweilen etwas kitschig.
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