Aus dem Griechischen von Klaus-Peter Wedekind. Mit seinen byzantinischen, venezianischen, osmanischen und nationalgriechischen Denkmälern steht Monovassia exemplarisch für das nachantike Griechenland - und evoziert Ritsos' Kindheit, die Geschichte seines Lebens. "Über etwas, das man staunend bewundert, kann man sprechen, wenn man Abstand zu ihm hat. Monovassia ist, was ich auf dem Leib trage - ja, es ist mein Körper, ich existiere im Innern von Monovassia."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2009
Das Werk von Jannis Ritsos entstand laut Harald Hartung vor allem unter dem Eindruck von Repression und Diktatur. Die aus Anlass des hundertsten Geburtstags des 1990 verstorbenen Dichters erscheinende Neuübertragung begrüßt er. Für Hartung birgt die nach Ritsos Freilassung aus Haft und Überwachung durch die Junta entstandene Gedichtreihe "Monovassia" eine Art lyrisches Tagebuch, in dem der Autor den Ort seiner Kindheit aufsucht und zugleich dessen symbolischen Charakter als "Bastion der Gräzität" intensiv erkundet. Hartung bemerkt, wie Ritsos marxistisches Weltbild hier einem zeitlosen und doch subjektiven Blick weicht, selbstkritisch und stolz zugleich, doch immer ein "Zeugnis der Revolte gegen den Tod".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.08.2009
Auf leuchtende und zugleich von der Unterdrückung sprechende Steine stößt Jan Wagner in den hier versammelten 36 Gedichten des aus Monemvasia in Lakonien stammenden Lyrikers Jannis Ritsos. Für Wagner sprechen Ritsos' Langzeiler von der Widerständigkeit der Stadt gegen verschiedene Belagerungen und Fremdherrschaften und zugleich von der Lebensgeschichte des Dichters, der hier seine Kindheit verbrachte und bis 1974 unter Hausarrest stand. Große Sinnlichkeit und visuelle Kraft vermag Ritsos laut Wagner gerade durch das Erfassen unscheinbarer Details in seine Verse zu legen. Ritsos Kunst aber besteht für ihn vor allem darin, private Geschichte und Stadtgeschichte zu vereinen.
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