Aus dem Französischen von Verena Heisen.Was wäre die Philosophie ohne die Religion? Sie ist sicherlich aus ihr entstanden, denn die Idee eines mit Vernunft regierten Kosmos wurde von der Religion vorgebildet, bevor sie zum stillschweigenden Leitfaden der philosophischen Wahrheitssuche wurde. Aus ihr leitete sich die Evidenz eines Endziels des Lebens ab, das die Philosophie auch übernahm, als sie selber eine Art Weisheit in Aussicht stellte. Die meisten Philosophen haben immer anerkannt, dass die Weisheitslehre der Religion der Philosophie vorausging. Deshalb gingen ihre Denkansätze stets mit einer behutsamen Religionsphilosophie einher, die heute nur vergessen wird und deren Grundzüge Jean Grondin rekapituliert. Denn die Religion bietet seit alters her die stärksten, meist geglaubten und diskutierten Antworten auf die Frage nach dem Sinn des menschlichen Treibens, und sie tut es mit unendlich mehr Wirksamkeit als jede Philosophie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2012
Für Thomas Gross ist dieses Buch des kanadischen Philosophen Jean Grondin Philosophie at its best. Weil es den Rezensenten zum Denken anregt über das Verhältnis von Philosophie und Religion. Dass der Autor auf manche von Gross vermisste Feinzeichnung verzichtet, kann der Rezensent ihm gar nicht vorwerfen. Schließlich trägt das Buch im Untertitel die Bezeichnung "Studie". Und dafür wieder scheint es Gross doch einiges zu leisten. Etwa indem es gut hermeneutisch entlang der Geistesgeschichte versucht, die beiden sich immer wieder kreuzenden Wege zur Wahrheit zu verfolgen. Fragen, wie: Was ist eigentlich dieser Sinn, dessen Vermittlung der Autor der Religion zutraut, und was genau kann als Religion gelten?, muss der Rezensent sich selbst beantworten.
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