Herausgegeben von Michael Reder und Josef Schmidt. Mit seiner Friedenspreisrede eröffnete Jürgen Habermas 2001 die Auseinandersetzung mit Vertretern der katholischen Kirche: Er traf sich mit Joseph Kardinal Ratzinger. Unter dem Titel "Ein Bewusstsein von dem, was fehlt" führte er nun ein Gespräch mit renommierten Philosophen der Hochschule für Philosophie der Jesuiten. Habermas betont, dass die moderne Vernunft sich selbst nur verstehen könne, wenn sie ihre Stellung zum religiösen Bewusstsein kläre. Hintergrund für seine Argumentation ist unter anderen auch die Verhältnisbestimmung von Glaube und Vernunft, die Papst Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede formuliert hatte. Der Band versammelt den Essay sowie die Beiträge der Debatte. Die Einleitung gibt einen Überblick über Habermas religionsphilosophische Interventionen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2008
Bei allem Sinn für Unterscheidungen, den Bernhard Dressler Jürgen Habermas zugesteht, etwas mehr Offenheit in Bezug auf jene "Fragen, die für die Religion konstitutiv" sind, hätte er sich als "religiös-musikalischer" Leser schon gewünscht. Den auf eine Podiumsdiskussion mit Habermas und Vertretern der Münchner Hochschule für Philosophie der Jesuiten zurückgehenden Band begreift er als Zwischenbilanz von Habermas' Beschäftigung mit dem Verhältnis von Glauben und Wissen. Dass diese Bilanz Positionen wiederholt und mit Klarstellungen aufwartet, nimmt der Rezensent zur Kenntnis, ebenso die Auseinandersetzung zwischen Habermas und Michael Reder (einer der Herausgeber des Bandes) über die Funktionalisierung der Religion, etwa für die öffentliche Moral.
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