Die Kriege sind zurück, Hunger und Not gehören auch in Europa wieder zum Alltag, aufklärungsfeindliches Denken gewinnt an Boden. Die Welt verfügt zum ersten Mal in ihrer Geschichte über die Ressourcen, Hunger, Krankheit, Tyrannei auszumerzen; und doch wird der Kampf um knappe Güter menschenverachtend in immer neuen Dimensionen ausgetragen. Jean Ziegler, der seit Jahrzehnten Elend, Unterdrückung und Ungerechtigkeit anprangert, blickt zurück und befragt sich selbst, was er mit seiner wissenschaftlichen und politischen Arbeit bewirkt hat. Warum gelang es den Menschen in den westlichen Gesellschaften bisher nicht, ihre inneren Ketten abzuschütteln, die sie hindern, frei zu denken und zu handeln? Ziegler ruft dazu auf, die Welt zu verändern und zu einer sozialen Ordnung beizutragen, die nicht auf Beherrschung und Ausbeutung basiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2015
Die Autobiografie Jean Zieglers liest Julian Trauthig als Kampfschrift eines Intellektuellen. Wie der umtriebige Autor sein Engagement für die Menschheit und für eine bessere Welt begründet, erfährt Trauthig hier. Die Lebensgeschichte Zieglers wird für ihn so zum Handbuch für Globalisierungskritiker, für die Nichtstun keine Option ist. Den kämpferischen Ton des Buches kann der Rezensent nachvollziehen, für ihn ist er Ausdruck der frommen Hoffnung des Autors, der dem immer weiter erstarkenden Neoliberalismus nicht das Feld überlassen will.
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