Radikalisierung, Autoritarismus, Kriegstreiberei, Xenophobie und Kontrollverlust: Wir alle spüren das nervöse Fieber und es erinnert uns an längst vergangen geglaubte Zeiten. Oliver Rathkolb macht die Ursache an der "ersten und zweiten Turboglobalisierung" fest. Politische Umwälzungen, ökonomische Krisen und technologische Innovationen überfordern im Vorfeld des Ersten Weltkriegs wie auch heute die nationalen Gesellschaften und ihre politischen Eliten - und rufen die Raubritter der Wirtschaft auf den Plan. Irrationale Fehlentscheidungen in der Politik, eine Polarisierung der Bevölkerung und das Gefühl der Marginalisierung des Einzelnen wecken eine Sehnsucht nach dem "starken Mann" und einfachen, oft gewaltvollen Lösungen für komplexe Probleme. Steht uns ein neues autoritäres Zeitalter bevor?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2025
Rezensent Rudolf Walther lobt das Buch des Politikwissenschaftlers Oliver Rathkolb. Dem Autor gelingt laut Rezensent mittels vieler empirischer Befunde und sachkundiger Argumentation und Interpretation der Vergleich zwischen der ersten und der zweiten Turboglobalisierung, also quasi zwischen Wilhelm II. und Donald Trump, meint Walther. Keine Kleinigkeit, findet Walther, der die behandelten Themen für sehr umstritten hält. Inwieweit kehrt die Angst heute zurück, was bedeutet das für die Demokratie und was lässt sich dagegen tun? Fragen, die der Autor laut Walther umsichtig diskutiert.
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