La frontera, the border - die berühmteste Grenze der Welt seit der Berliner Mauer. Donald Trump will hier eine neue Mauer bauen. Lange verlief sie ganz woanders: Texas, Arizona, Nevada, New Mexico, Kalifornien - einst alles Mexiko. Westernhelden, die nach south of the border flohen, benutzten nicht die Grenzübergänge in Calexico oder Tijuana, wo heute keine Maus ohne gültigen Pass von Süden nach Norden kommt, oder Ciudad Juárez, wo es noch heute lebensgefährlich ist. Irgendwo zwischen Pazifik und dem Golf ritten sie von Nord nach Süd, wo heute jeden Tag Menschen zu Fuß in umgekehrter Richtung in die USA zu kommen versuchen. Jeanette Erazo Heufelders Reisebericht beschreibt die mythenumwobene Vergangenheit und die von Gewalt, Drogenmafia und friedlichem Miteinander geprägte Gegenwart in den Städten, Dörfern und Landschaften südlich und nördlich des berühmten Grenzzauns.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2018
Michael Hochgeschwender lernt bei Jeanette Erazo Heufelder Wissenswertes über die Geschichte der Grenzregion am Rio Grande. Wie die Autorin mit historischer Kenntnis und ethnologischem Blick die Spannungen am Fluss detailreich und flüssig geschrieben bis in die 1840er Jahre zurückverfolgt, findet der Rezensent lesenswert. Den Verzicht auf moralische Urteile rechnet er der Autorin hoch an. Ebenso die Bezugnahme auf Populärkultur in Filmen und Literatur, die laut Hochgeschwender ein facettenreiches Bild der Entwicklung und der Kontinuitäten an der mexikanisch-amerikanischen Grenze bis in die Gegenwart ermöglicht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018
Unbedingt empfehlenswert findet Rezensent Volker Breidecker die Geschichte der mexikanisch-amerikanischen Grenze, die die Sozialanthropologin Jeanette Erazo Heufelder ihm erzählt. Anders als viele Studien zum Thema lebt Erazo Heufelders "fulminantes" Buch für ihn nämlich davon, dass die Autorin die Grenze nicht nur studiert, sondern auch "Meile für Meile" bereist und mit Menschen auf beiden Seiten gesprochen hat. Auch liegt ihr Schwerpunkt nicht wie meistens auf der nordamerikanischen Seite, sondern auf der mexikanischen, auf der die Grenze hart lastet, so der Kritiker. Wenn ihm die Autorin aber die Vergänglichkeit von Grenzen erklärt - denn gerade Grenzstädte sind immer auch Laboratorien für die Zukunft, im Guten wie im Schlechten - ist Breidecker wieder ein wenig erleichtert.
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