Die aktuelle Israel-Boykottbewegung behauptet, 2005 als Reaktion auf einen Aufruf der "palästinensischen Zivilgesellschaft" entstanden zu sein, lediglich für die Einhaltung von Menschenrechten einzutreten und nicht antisemitisch zu sein. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die Bewegung vernebelt durch die Berufung auf die Zivilgesellschaft ihre tatsächlichen Wurzeln. Es geht ihr nicht um die Rechte der Palästinenser, sondern um die Dämonisierung und Delegitimierung Israels. Sie vertritt alten Hass in neuem Gewand. In ihrer Propaganda wird Israel auf grotesk verzerrte Art und Weise diffamiert, ausgesondert und nicht nach den gleichen Maßstäben behandelt wie alle anderen Länder der Welt. Hieß es früher "Kauft nicht bei Juden!", so lautet die Parole heute: "Boykottiert Israel!"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2021
Rezensent Thomas Thiel informiert sich bei Alex Feuerherdt und Florian Markl über die Israel-Boykottbewegung BDS. Die Autoren stellen den Antisemitismus der Bewegung heraus, beleuchten kritisch deren Gründung unter dem Schirm der UN und die weitere Entwicklung, erläutert Thiel. Etwas mehr hätten die Autoren laut Thiel auf "personelle Kontinuitäten" zwischen der UN-Weltkonferenz in Durban 2000 und der BDS-Bewegung eingehen können, ferner auf die Attraktivität der Israel-Kritik des BDS für gewisse "akademische Fachbereiche". BDS erscheint Thiel nach der Lektüre als "Podium einer Gesinnungslinken".
Rezensentin Ina Rottscheidt macht ihr eigenes Urteil zu diesem Buch nicht explizit. Sie lässt vor allem Alex Feuerherdt zu Wort kommen, einer der beiden Autoren. Feuerherdt erklärt dabei, warum er die BDS-Kampagne und ihre Unterstützer für antisemitisch hält, warum er naiven Glauben nicht gelten lassen will und warum BDS keine originär palästinensische Bewegung sei. Nicht zuletzt macht Feuerherdt deutlich, dass BDS in seinen Augen nicht nur auf das Ende des jüdischen Staates abzielt, sondern auf die Existenz des Judentums insgesamt. Rezensentin Rottscheidt erhebt keine Einwände.
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