Jill Lepore

Dieses Amerika

Manifest für eine bessere Nation
Cover: Dieses Amerika
C.H. Beck Verlag, München 2020
ISBN 9783406749209
Gebunden, 158 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Im Zeitalter der Globalisierung und der kosmopolitischen Eliten schien die Nation ein obsoleter Begriff geworden zu sein: Eine Vokabel, deren Gehalt sich auf dem Weg zur Weltgesellschaft historisch überlebt hatte, eine Parole der Reaktion. Doch in einer Welt, die nach wie vor aus Nationalstaaten besteht, bleibt die Nation der verlässlichste Garant für Recht und Gesetz und das wirkungsvollste Instrument, um die Macht der Vorurteile, Intoleranz und Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Das war historisch so, wie die Harvard-Historikerin Jill Lepore am Beispiel der USA zeigt, und das gilt für die Gegenwart. Wer den Liberalismus gegen die autoritäre Welle unserer Zeit verteidigen will, der muss die Nation neu denken - und besser als die falschen Herolde des Nationalismus.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2020

Meredith Haaf entdeckt mit Jill Lepore und ihrem Folgeband zu "Diese Wahrheiten" von 2019, dass die USA und ein "echter, egalitärer Liberalismus" durchaus zusammengehen. Bisweilen "grundkurshaft", aber dafür auch sehr übersichtlich setzt ihr die Historikerin Lepore die Geistesgeschichte liberaler Staatstheorie auseinander und bedeutet ihr, wie Differenzen und Konflikte der "Nationwerdung" der USA immer schon eigen waren. Das ist für Haaf manchmal intellektuell nur über Verrenkungen zu begreifen, scheint ihr letztlich aber durchaus genial argumentiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2020

Rezensent Michael Hochgeschwender hält Jill Lepores Frage nach der Rolle der Nation in der Geschichtsschreibung für berechtigt. Leider blendet die Historikerin bei ihrem Versuch, das liberale Amerika gegen das nationalistische eines Donald Trump zu verteidigen, laut Rezensent sämtliche schwarzen Flecken der "liberalen Bürgernation" systematisch aus. Dass Bürgernationalismus und konservativer Nationalismus in der Wirklichkeit quasi nie in voneinander geschiedener Reinform vorkommen, scheint die Autorin bei ihrer Argumentation zu übersehen, meint Hochgeschwender. Vorbildlich, wie Lepore in einem "idealistischen Glaubensakt" behauptet, war der bürgerliche Liberalismus laut Hochgeschwender nur bedingt, siehe seinen Umgang mit Schwarzen, Latinos und Migranten.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2020

Wolf Lepenies reicht nicht, was die US-Historikerin Jill Lepore in ihrem Buch als Mittel gegen den Trumpismus anbietet. Lepores Manifest für eine bessere Nation, das an die Brüche des demokratischen Versprechens in der amerikanischen Geschichte und an den Konflikt zwischen Universalismus und Nationalismus erinnert, liest sich laut Lepenies mitunter mühsam wie eine kommentierte Bibliografie. Das Springen von einem Historikerzitat zum nächsten verdeutlicht für den Rezensenten das Fehlen echter politischer Alternativen. Ein Manifest, das mehr sein will als nur gut gemeint, müsste aber nicht nur gute Absichten auflisten, findet Lepenies, sondern sollte Vorschläge machen zu einem wirksamen politischen Handeln.

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