Aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier. An dem Tag, an dem Hitler sich in Berlin umbringt, brechen drei Männer zu einer langen Wanderung durch Brünn auf. Dieser Streifzug durch die von der Roten Armee soeben befreite Stadt entwickelt sich zu einer Odyssee voller wundersamer, burlesker Augenblicke. Während an der Brünner Peripherie noch verzweifelt gekämpft wird, zieht ein Ensemble verkrüppelter Laienschauspieler mit Shakespeare im Repertoire durch die Innenstadt, eine blinde Seiltänzerin balanciert über den zerstörten Häusern auf einem Seil und ganz Brünn steht auf Pfeilern, die in einen riesigen unterirdischen See, eine Art schwarzen Spiegel der Stadt, eingelassen sind. In diesem karnevalesken Treiben versuchen Kostja, Kuba und der von einer sprechenden schwarzen Katze begleitete Jindrich ein Verständnis für den herrschenden Ausnahmezustand zu entwickeln. Während Kostja und Kuba nach einem in Brünn abgeworfenen amerikanischen Fallschirmspringer suchen, der im Besitz einer Sendung mit dem Wundermittel Penicillin sein soll,hat Jindrich eine viel geheimere Mission: Er ist dazu auserwählt, das mythische Aufeinandertreffen von Gut und Böse zu entscheiden. Mehrmals im Laufe des Tages kreuzen sich die Wege der Suchenden, um am Ende auf unerwartete Weise zusammenzutreffen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.02.2016
Rezensentin Alena Wagnerova erzählt die bewegende Lebensgeschichte des tschechischen Autors Jirí Kratochvil. Nicht zuletzt um dessen Postmodernismus zu erläutern, seinem Hang zu Fragmentarischem, Skurrilem und Übernatürlichem. Letzterem begegnet sie auch in Kratochvils neuem Roman, der laut Rezensentin das notwendige Gleichgewicht zwischen Gut und Böse auslotet vor dem Hintergrund der Stadt Brünn im Jahre 1945. Kratochvils Bücher sind langsam zu lesen, rät Wagnerova. Nur so erkenne die Leserin, wie das Fantastische und Skurrile bei Kratochvil der hautnahen Darstellung menschlicher Schicksale diene.
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